... not sorry
Damit wäre das Thema eigentlich erledigt, wäre da nicht jemand Spitzfindiges über einen weiteren, noch viel schwärzeren Fleck in Haiytis Lebenslauf respektive in ihrer Diskographie gestolpert, der den nächsten Shitstorm ins Rollen bringt. Der deutsch-jamaikanische Rapper Capuz, der …

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  • Vor 8 Monaten

    "Auf der anderen Seite sind diese viralen Hetzjadgen, die sich auf uraltes Material von Personen beziehen, die in der Öffentlichkeit stehen, grundlegend problematisch, weil wirklich jede*r Leichen im Keller hat, manche größer, manche kleiner."

    Ich würde ein sieben Jahre altes Album nicht unbedingt als "uralt" bezeichnen, und außerdem ist das purer Relativismus.

    "Es scheint jedoch so, als habe die Hamburgerin zumindest im Stillen reagiert und den Track überall offline genommen, ich konnte ihn zumindest nicht ausfindig machen."

    Das könnte daran liegen, dass das Album, auf dem der Track ist, "Havarie" heißt, nicht "Haverie".

  • Vor 8 Monaten

    Engagement und entschiedene Haltung gegen (Alltags-)Diskriminierung ist zweifellos universell zu begrüßen. Entsprechend ist auch an einem Gedankengang wie
    „ Antirassistisches Engagement in allen Ehren, aber dann bitte auch von den Kollegen distanzieren, wenn sie mal wieder einer 'Schwuchtel' ins Bein schießen oder ihrer Freundin ein blaues Auge verpassen.“
    erwas Wahres dran.

    Warum er mir trotzdem nicht gefällt:
    Er setzt das geäußerte Missfallen, also eigentlich die Form von Haltung und Engagement, die man unterm Strich ja bestärken möchte, unter Rechtfertigungsdruck, die Abwesenheit davon aber nicht. Wer zu einem Thema Haltung zeigen möchte, muss demnach also harte Währung in Form einer möglichst weißen Weste auch bei anderen, moralisch lesbaren Themen haben. Implizit schwingt mit: Wer keine Haltung zeigen und sich nicht gegen Diskriminierung positionieren möchte, kann ruhig auch auf anderen Spielfeldern tun und lassen, was er/sie möchte.

    • Vor 8 Monaten

      Hmhm, jaja, schon richtig, aber die Aussage bezog sich ja darauf, dass er sich in diesem (btw äußerst wacken) Track als "Deutschraps Moralapostel" bezeichnet. Ja nun, dann darf auch mal ein kritischer Kommentar zur sonstigen moralischen Vorstellungen drin sein.

    • Vor 8 Monaten

      Ok, stattgegeben. Ich hatte das „dann“ auf „Antirassistisches Engegement“ bezogen verstanden, aber auf den „Moralapostel“ ist’s beim zweiten Lesen zugegeben eig. viel naheliegender. Das Thema ist wohl so ein bisschen meine Entsprechung zum antikapitalistischen Welterklärungs-Reflex Marke Staiger & Co :D

    • Vor 8 Monaten

      es scheint ganz einfach so zu sein, dass an eine Haiyti, die in der Vergangenheit paar dumme Texte hatte, ganz andere Maßstäbe angelegt werden, als an 80% der Deutschrap-Bagage (zb 187er), die für jeden ersichtlich komplett durch ist. Außerdem ist sie schließlich eine Frau, da sollte sie wohl political correctness im Blut haben.
      Es schlichtweg absurd, dass eine Haiyti, die wirklich vergleichsweise extrem wenig auf dem Kerbholz hat nun "gecancelt" wird, während Capital Bra, Samra, Gzuz, Bonez, Bausa, Luciano etc. etc. im Jugendradio laufen.

      Dazu Prezident über sein "Skandalalbum":
      "Da bist du tatsächlich so ein bisschen auf den zentralen Gag von dem Album gestoßen. Ich versuche, diese ganzen Rahmen durcheinander zu bringen. Im Gangstarap darf man das sagen, aber man darf nicht das sagen. Ein Comedian darf das sagen, aber er darf nicht das sagen. Und wenn sich jemand nicht daran hält, verstehen das die Leute nicht mehr. Das ist das stilistische Moment, woran sich dieses Album abarbeitet. Ich mache keine elf Songs, in denen ich Frauen vergewaltige und totprügle und dann mache ich einen Song, der deep ist und mit einem Pianobeat davon handelt, wie ich es wirklich meine und das sich alle Menschen vertragen sollen. So ein Karate Andi bricht halt Frauen die Zähne mit der Rohrzange raus und ich sage, dass bestimmte Spielarten des Feminismus übertrieben sind – und mein Album gilt als der krasse sexistische Scheiß und ich bin plötzlich ein halber Nazi, weil ich mich aus diesem Rahmen rausbewege. "Prezident gibt den Wutbürger gegen Linksgrünversiffte" stand original in den ersten Artikeln, die nach "Extrameile" gekommen sind. Die Leuten assoziieren damit irgendwelche konkreten politischen Positionen, die einfach nicht da sind."

    • Vor 8 Monaten

      Hey, interessanter Gedanke. "Im Gangstarap darf man das sagen, aber man darf nicht das sagen. Ein Comedian darf das sagen, aber er darf nicht das sagen." Stimmt ja, irgendwie: wenn ich in nem Porno 2 Schwänze in nem Arsch sehe, find ich das gar nicht so außergewöhnlich, in nem Tatort wär´s schon ein bißchen wild. Lustig, hab ich noch nie drüber nachgedacht.
      Was? Da gibt´s sogar nen Namen für? Wie? "Genrekonventionen"? Aha. Und die Idee gibt´s in der Populärkuktur allgemein schon spätestens seit den 60ern und in so ziemlich jedem Musik-Genre, das mit "Post" anfängt??? Achso, und die ganze Postmoderne baut in großen Teilen auf der Neucodierung von Genre-Konventionen auf?? SAPPERLOT!!!!
      Aber... das hieße ja... der "zentrale Gag" von Prezidents "Skandalalbum" ist schon spätestens seit Ende der 2000er komplett lame, durch, over. Sowas wie das kulturintellektuelle Äquivalent zu Dubstep? Okay.
      Aber das hieße ja auch... Prezident ist gar nicht der megakrega-super-Intellektuelle, für die ihn die versammelte Tapefabrik-Crowd hält, sondern einfach nur ein durchschnittlicher, etwas arroganter Jung-Akademiker mit depressiven Verstimmungen, wie man ihn in so ziemlich jedem geisteswissenschaftlichen Proseminar zwischen Heidelberg und Hildesheim findet?
      Hm.
      Naja.
      "Menschenpyramiden" trotzdem immer noch super Track.

    • Vor 8 Monaten

      ShakenUp, Allah - ich grüße dich!

      War dein Post als Antwort auf mich gedacht? Deine passiven Formulierungen klingen eigentlich mehr nach Kritik an einer allgemeinen Öffentlichkeit/Medienlandschaft, ähnlich deinem Einzelpost nebenan. Nachdem ich den Artikel als einen Vertreter davon ja eher aus entgegengesetzten Gründen (auch wenn ich mittlerweile einsehe: unangemessen strengerweise) kritisiert habe, passts aber vielleicht doch ganz gut :)

      Dass Haiyti für ihr ignorantes Gelaber bzgl. ihrer Lingo Widerspruch erntet, finde ich zB erstmal ausdrücklich begrüßenswert. Wenn wir uns darauf einigen können, ist das mMn schon viel wert. Wie heftig dieser Widerspruch ausfallen sollte, kann man sicherlich diskutieren. Das Problem mit selbstverstärkenden Gruppendynamiken (zB digitalen shitstorms), das im Artikel angedeutet (und von Tooli oben als Relativismus gegeißelt wird), sehe ich durchaus auch. Und der Vorstellung, das eigene Umfeld klinisch rein von verschiedenen gesellschaftlichen Problemen zu halten, nötigenfalls durch Exklusion, hat mMn auch etwas problematisches.

      Aber mal ehrlich: Was ist es denn hier im Ergebnis? Katja Krasevice will sie nicht mehr auf ihrem Album, Nura sie nicht mehr in ihrer Umgebung haben, außerdem halt Negativschlagzeilen. Wenn ihr "Canceln" dabei bleibt, sie also weiterhin ihre Kunst machen und performen kann, sehe ich ehrlich gesagt kein Maß überzogen. Zumal das, von den Negativschlagzeilen abgesehen, ja auch irgendwo legitime Entscheidungen von Einzelpersonen sind.

      Und ansonsten kann ich dir natürlich noch das erwidern, was ich in meinem OP schon auf den Artikel projiziert hatte: Ich finde es wirklich kontraproduktiv, die Grundlagen einer durch Person X vorgetragenen Kritik an gesellschaftlichem Missstand Y mit vergangenen Verfehlungen Z (der Person X) in Zweifel zu ziehen. Besser mMn:
      Sachlich und argumentativ (im Ergebnis also meistens auch zeitlich) voneinander getrennt Person X für Verfehlung Z kritisieren und Person X mit der Kritik an gesellschaftlichem Missstand Y recht geben. So vermeidet man eine Dynamik, die im Endeffekt die Kritik an gesellschaftlichen Missständen sozial bestraft, von der wir aber nicht weniger, sondern mehr brauchen.

    • Vor 8 Monaten

      Dieser Kommentar wurde vor 8 Monaten durch den Autor entfernt.

    • Vor 8 Monaten

      Edit aus Eitelkeit:

      Ach ja, an das Prezident-Interview erinnere ich mich natürlich noch gut, hat ja auch einigermaßen Wellen geschlagen ;)

      Wenn ich ehrlich bin, rühmt er sich in der Passage mMn etwas über Gebühr. Zugegeben etwas, das einem fast zwangsläufig passiert, wenn man sich - hier ja auch offensichtlich auf ausdrückliches Interesse der Gegenseite und Nachfrage hin - wortreich zum eigenen Erzeugnis, von dem man idealerweise natürlich auch selbst etwas halten sollte, äußert. So wie er das darstellt klingt es, als sei das bloße Aufbrechen von Erwartungshorizonten im Sinne einer Fragestellung dieser "zentrale Gag des Albums". In Wahrheit ist diese Frage natürlich bestenfalls rhetorischer Art, denn er liefert die Antworten, nicht immer nur implizit, ja gleich mit: Nein, es ist nicht sinnvoll, sich mit Homophobie in Hip Hop Texten zu beschäftigen, solange die explizite Beschreibung von Gewalt- und Straftaten darin Gang und Gäbe ist. Nein, es bringt nichts, sich über die Anzahl und Bestärkung weiblicher MCs im Game Gedanken zu machen, wenn Frauenverachtung in Überbietungswettkämpfen bis hin zu wieder absurd brutalen Gewaltbeschreibungen darin eine bloße Randnotitz ist. Nein, es ist Unsinn, überhaupt Spielregeln politischer Korrektheit anzuwenden, weil die eigentlichen Missstände dadurch unberührt bleiben. Und so weiter, bis man irgendwann endlich beim "Jede Art von Fortschritt ist bloßer Selbstbetrug, bewusste Gestaltungsversuche jeglicher Art sind zum Scheitern verurteilt" landet, das im Interview - meiner groben Erinnerung nach zumindest - ja dann auch angeschnitten wird. Eigentlich ein bisschen traurig.

    • Vor 8 Monaten

      @hürensöhn: dein text ist so lustig dass ich nicht ganz verstanden habe was du mir sagen willst, du hast offensichtlich auch nicht verstanden was ich sagen wollte. es geht darum, dass haiyti's "nigger" oder "schwul" nicht verwerflicher ist als wenn zb bonez von "schwuchteln" rappt oder x-beliebige rapper von "nutten", "fotzen", "hoes" reden. bei haiyti führt es aber dazu, dass sie vom album genommen wird, während fler auf dem album bleibt. genauso wurde prezident, ob sein album jetzt klug ist oder nicht, damals von rapmedien boykottiert, die danach ganz normal das neue farid bang-album besprochen haben. im prinzip geht es darum, wenn sich (selbst-)kritik an irgendwelchen vergleichsweise harmlosen nebenschauplätzen absipelt, aber die größten menschenfeinde nicht angreifen will, ist sie nichts wert.

      @kubischi: ja ich lass mich für nen alljährlichen rant blicken, lg!
      war schon als antwort an dich gerichtet, liest sich aber im nachhinein etwas allgemein, da sind wohl die pferde mit mir durchgegangen!
      im prinzip würde ich dem letzten satz deines ausgangspost widersprechen. man braucht sicher keine weiße weste, um kritik üben zu können, einigermaßen kohärent sollte sie aber schon sein, d.h. bei haiyti den zeigefinger zu heben, aber die letzten 1, 2 jahren tracks mit manuellsen und 18 karat gemacht zu haben, wie es bei nura der fall ist, ist schlicht unglaubwürdig.
      das ist zb beim retrogott etwas anderes, der erst zu seinen alten sachen auf distanz gegangen ist, bevor er der wokeste rapper deutschlands wurde. zwar stimme ich auch ihm sicher nicht in jeder hinsicht zu (und ich finde seine heutige musik komplett uninteressant), doch seine aussagen sind wenigstens diskutabel, weil sie unter keinem akuten glaubwürdigkeitsproblem leiden. genauso kann ich diesen capuz ernst nehmen, weil er von nem standpunkt der persönlichen betroffenheit aus argumentiert (aber auch da: während es richtig ist, dass haiyti nen rüffel kriegt und den song runternimmt kann ich nicht verstehen, was an "nigger" jetzt schlimmer ist als an "fotze" oder "nutte", das scheint mir so ein zeitgeist-ding zu sein). bei nura und katja krasavice würde ich mal stark unterstellen, dass es um marketing und in nuras fall vielleicht auch neid auf haiytis feuilletonerfolg geht.
      wenn keine glaubwürdigkeit gegeben ist, leidet auch der kern der kritik. dass es dem wokismus nicht um die abschaffung aller ungerechtigkeit geht, sondern um einen in die sphäre der (vermeintlichen) sozialen gerechtigkeit verlagerten (wirtschaftlichen) konkurrenzkampf dürften die allermeisten unbewusst begriffen haben. so wird ein äußert hässliches spiel gespielt, dass einer verohung eher noch zuträglich sein dürfte.

    • Vor 8 Monaten

      @kubischi: upps deinen letzten zusatz hab ich jetzt erst gelesen, darin ist natürlich einiges enthalten was ich mir hätte aufsparen können na ja, da sind wir uns im GroGa wohl recht einig.

    • Vor 8 Monaten

      @shaken: Das hab ich schon verstanden, und ich stimme dir im großen und ganzen auch zu. Mir geht auch diese ganze Shitstorm Culture inzwischen wahnsinnig auf die Nerven. Wenn die ganze Energie, die in inzwischen in Sprachreinhaltung fließt, in die Abschaffung des Kapitalismus fließen würde... aber naja, mein innerer Staiger spricht, Kubischi darf jetzt herzlich lachen.
      Ich fand nur dieses Statement von Prezident so bekloppt, weil er etwas absolut offensichtliches als genialen Hirnfurz seinerseits verkaufen will.
      Natürlich juckt es keinen, wenn GZUZ was mysogynes sagt, weil er sich damit in klar in seinen Genrekonventionen bewegt.
      Bei (z.B.) Milli Dance oder halt Prezi, die ja eigentlich zu den "Guten" gehören, ist man halt kritischer, weil man von denen halt Gutsein erwartet.
      Das hat aber erstmal nix mit deiner Aussage zu tun, sondern damit, dass mich dieser Schlaumeier-Habitus von Prezident nervt.

    • Vor 8 Monaten

      Die Einigkeit ist ein Missverständnis, fürchte ich, ShakenUpi. Also wenn nicht ich wiederum dich jetzt missinterpretiere jedenfalls. Ich nehme an, dass es dir um die Passagen ab "Nein, es ist nicht sinnvoll..." geht. Das ist aber nur die Haltung, die ich aus Prezidents ?-Album und seinen Aussagen dazu herauszulesen meine. Ich selber bin sogar quasi vom Gegenteil überzeugt! Also bevor noch ein Missverständnis obendraufkommt: Ich sehe die Verherrlichung von Kriminalität und Gewalt, auch und gerade solcher gegen Frauen, und vor allem die beiläufige Selbstverständlichkeit, mit der sie sich durch weite Teile des Genres zieht, unbedingt auch als Problem an. Aber: Ich halte eben nichts davon, die Kritik an anderen Baustellen der Szene mit Verweis auf diese, vermeintlich schwerwiegenderen, Probleme zu relativieren, weil es so ja nie vorwärts gehen kann, irgendwas is schließlich immer.

      Mit einem wertenden, also gewichtenden, Vergleich einzelner Problemfelder tue ich mich sowieso ein bisschen schwer. Die Trennschärfe, mit der im Rap gemeinhin männliche Akteure von "Hoes", "Bitches" etc. schwadronieren, während die Verwendung von "nigga" seitens nicht-schwarzer Artists landläufig als No-Go gilt, ist angesichts dessen, dass in beiden Fällen eine Beleidigung als Fremdbezeichnung verwendet wird, sicher hinterfragenswert. Trotzdem kriege ich mit Blick auf die Hintergrundgeschichten Bauchschmerzen, wenn ich lese, dass das eine ja nicht schlimmer als das andere und eine entsprechende Wahrnehmung nur zeitgeistig sein könne.

      Kritik sollte glaubwürdig sein, schreibst du außerdem und willst das, einleuchtenderweise vmtl., an Haltung und Handlung der Kritiker in der Vergangenheit bemessen. Aber, ganz ehrlich, warum denn überhaupt? Entweder die Kritik ist berechtigt, dann ist doch wurscht, ob die von dir spekulierten oder andere, meinetwegen noch niederträchtigere Motive seitens der Kritiker mit reingespielt haben, die richtige Reaktion ist Zustimmung. Oder sie ist es eben nicht, bleibt es wiederum aber auch dann, wenn die Kritiker unzweifelhaft nur die hehrsten Ziele hegen. Und selbst wenn man aus diesen oder anderen Gründen die Kritik zurückweisen sollte, musst du mir erklären, inwiefern sie "einer Verrohung eher noch zuträglich" sein soll, das kann ich mir nämlich ehrlich gesagt nicht vorstellen.

    • Vor 8 Monaten

      ah ja, da hab ich wohl nicht richtig gelesen.
      na ja ein stückweit würd ich da durchaus mitgehen. auch ein idiot kann richtiges aussprechen, ein rassist kann theoretisch glaubhaft gegen homophobie sein & andersrum. so weit so gut:
      bei der causa haiyti/krasavice handelt es sich um einen fall härtester unglaubwürdigkeit. gegenstand ist haiytis angeblich manifeste homophobie, weshalb ihr feature kurzerhand gestrichen wird. doch fler, der sich in der vergangenheit (ca.) 100.000x homophober geäußert hat, darf weiter schön feature machen. wem kann man denn da noch erzählen, dass es ernsthaft um homophobie geht?
      nun ist es so, dass haiyti nur irgendwelche bürgerkids und feuilletonisten von zeit bis faz hören, ein milieu also in dem es zum guten ton gehört gegen homophobie zu sein. man ihr also mit so einem vorwurf schaden kann - und sich gleichzeitig als woke profilieren.
      fler kann man damit nicht schaden, einem guten teil seiner fans dürften homophobe lines egal sein, dabei sollten das doch die leute sein die man erreichen will, oder?
      geht es also um homophobie oder um szenestanding, verkaufszahlen und image? nun ich würde sagen um letzteres - und damit schadet man ersterem, denn schwerwiegende fälle von homophobie bleiben unberührt. tabuisierung bestimmter begrifflichkeiten wird verwechselt mit einer normalisierung gleichgeschlechtlichen begehrens. und einer verrohung ist das insofern zuträglich, als dass eigentlich ernstzunehmende dinge banalisiert und zu vermarktungszwecken eingesetzt werden.

      ...
      nachtrag: ich würde argumentieren, dass haiytis "nigger" sogar noch deutlich weniger schlimm ist, also irgendwelche lines a la "die fotze hat zu blasen". haiyti hat das ja nicht in einen kontext gesetzt in dem es irgendwie, um schwarze menschen geht, sondern einfach gedroppt, um mehr zu klingen wie ihre idole ausm dirty south. das ist falsch, ja - das ist megapeinlich, ja, aber das lässt kein rassistisches weltbild erkennen.

    • Vor 8 Monaten

      @Shaken: Dope argumentiert + absolute Zustimmung.

    • Vor 7 Monaten

      Auf das gleiche Problem beim selben Release mal so (Maximaldistanzierung) und mal so (nicht) zu reagieren macht einen komischen Eindruck, gebe ich dir schon recht. Letztendlich muss da halt der/die Eizelne entscheiden, wo und warum er/sie da für sich diese Linien zieht. Den Plan, Katja Krasavice durch Profilierung in dieser Sache Aufwind bei Feuilleton & Ungebung zu verschaffen, hielte ich ehrlich gesagt für ganz schön verwegen. Aber gut - das Spekulieren über mögliche Hintergrundmotive ist eh immer müßig.

      Interessant wirds ja sowieso hiermit:
      "geht es also um homophobie oder um szenestanding, verkaufszahlen und image? nun ich würde sagen um letzteres - und damit schadet man ersterem, denn schwerwiegende fälle von homophobie bleiben unberührt. tabuisierung bestimmter begrifflichkeiten wird verwechselt mit einer normalisierung gleichgeschlechtlichen begehrens. und einer verrohung ist das insofern zuträglich, als dass eigentlich ernstzunehmende dinge banalisiert und zu vermarktungszwecken eingesetzt werden."

      Das halte ich für einen Fehlschluss.

      1. Wenn schwerwiegende Fälle von Homophobie unberührt bleiben, entspricht das nur dem Zustand, den es ohne die Kritik an den (deiner Argumentation folgend) weniger gravierenden auch sowieso schon gäbe

      2. Um einen Sinn darin zu sehen, auf bestimmte "Begrifflichkeiten" (gemeint sind ja Beleidigungen, die die davon Betroffenen auch als solche empfinden) aus Rücksichtnahmezu verzichten, ist es nicht erforderlich zu glauben, dass dieser Verzicht bereits der vollen Akzeptanz der betroffenen Gruppe gleichkommt. Aber es gehört halt dazu

      3. Dass durch die Banalisierung und Vermarktung ernstzunehmender Dinge eine Verrohung verursacht oder zumindest vorangetrieben werden soll, ist mbMn genauso erklärungsbedürftig wie deine Ausgangsbehauptung. Sorry, wenn ich da penibel wirke, aber ich verstehe das wirklich nicht. Wenn gemeint ist, dass sich Menschen wegen dieser Art von Kritik mehrheitlich enttäuscht von der Rücksichtnahme, für die die Kritik (mindestens offiziell) eigentlich streiten möchte, abwenden und in der Folge sogar (ggü. der betreffenden Gruppe) rücksichtsloser werden: Das glaube ich nicht.

      Zu deinem Nachtrag: Gut nachvollziehbar, würde ich vmtl. ähnlich sehen. Die Sache ist aber ja die, dass es mMn einfach nicht notwendig ist, diese Dinge gegeneinander aufzuwiegen, wenn man es nicht gleich von dem Ende her denkt, wer für was welche Konsequenzen bekommen sollte. Es ist ohne Weiteres möglich beides zu kritisieren.

  • Vor 8 Monaten

    Es ist eine Ironie des Schicksals, dass Haiyti Cultural-Appropriation-Rekorde und Kritiker-Beliebtheits-Rekorde in einer Person vereint. „Nehmt uns nicht unsere Haiyti, wir haben doch eh schon so wenig und sie ist wenigstens auf irgendeiner Dimension talentiert, ist doch schon so lange her mit den multiplen N-Wörtern!!! (Schluchz)"…Trotzdem: Nein. Auch wenn ihr mir leidtut.