laut.de-Kritik

Nach dem drögen Einstieg knallt es - aber richtig!

Review von

Ein fulminantes Comeback-Album ("Blood Of The Nations") und ein nicht minder durchschlagskräftiger Nachfolger ("Stalingrad"): Seit der Reformierung im Jahr 2009 stehen die Zeichen bei Accept wieder auf Erfolg. Plötzlich brechen sie Charts-Rekorde, und überall auf der Welt stehen sich die Hartwurst-Massen vor den Konzerthallen wieder die Füße wund.

Bereits die eröffnenden Klänge der letzten beiden Alben ("Beat The Bastards", "Hung, Drawn And Quartered") zauberten Fans der ersten Stunde ein Lächeln ins Gesicht. Auf ihrem neuen Album hingegen benötigen die Mannen um Saitenderwisch Wolf Hoffmann etwas Anlaufzeit, ehe Songwriting und Technik mit dem hymnischen Dynamik-Brecher "Dark Side Of My Heart" in die richtigen Spuren finden.

Sicher, einen Fast-Forward-Opener wie "Stampede" dürften Allerwelts-Lederkutten-Combos ebenso mit Kusshand in die Setliste einbinden wie den solide Edelstahl-Rocker "Dying Breed". Zwischen all den Accept-Großtaten der vergangenen Jahrzehnte hinterlassen die beiden Songs jedoch nur kleine Spuren.

Es bedarf diesmal also etwas Geduld, ehe richtig angestoßen wird. Dann knallen die Korken aber so richtig: Mit dem bereits erwähnten "Dark Side Of My Heart", dem ebenso Fäuste-in-die-Höhe-tauglichen "Fall Of The Empire" sowie dem melodischen Uptempo-Eckpfeiler "Trail Of Tears" lassen die Verantwortlichen die eher drögen Anfangsminuten schnell in Vergessenheit geraten. Auch der stampfende Weltverbesserer "Wanna Be Free" animiert zum Langhaar-Schunkeln unter Gleichgesinnten.

Die Gitarren drücken, das Schlagzeug peitscht und auch die Chöre schallen mit altbewährtem Bombast durch die Boxen. Über allem thront Mark Tornillos sägendes Metal-Organ. Wie bereits auf den beiden Vorgänger-Alben erweist sich die Stimme des Mannes aus New Jersey als perfekter Deckel für einen martialisch bebenden Background-Topf.

Zum Finale hin stolpern Accept zwar kurzzeitig noch über überzuckerte Melodien ("The Curse"), doch klassisch angehauchter Hardrock der Güteklasse A ("From The Ashes We Rise") und ein Abschiedsfeuerwerk für Metal-Sprinter ("Final Journey") glätten die Wogen schnell wieder.

Trackliste

  1. 1. Stampede
  2. 2. Dying Breed
  3. 3. Dark Side Of My Heart
  4. 4. Fall Of The Empire
  5. 5. Trail Of Tears
  6. 6. Wanna Be Free
  7. 7. 200 Years
  8. 8. Bloodbath Mastermind
  9. 9. From The Ashes We Rise
  10. 10. The Curse
  11. 11. Final Journey

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4 Kommentare mit 9 Antworten

  • Vor 8 Jahren

    2 oder 3 wirklich gute Stücke, der Rest knüppelt nicht schlecht, aber auch nicht sonderlich gut vor sich hin - für mich 3/5.

  • Vor 8 Jahren

    Wieso hacken alle auf Dragonforce und JBO rum. Ich meine: Accept machen doch seit Jahrzehnten immer den gleichen Shit und stehen doch genau für das, was viele am traditionellen Metal hassen (was ich persönlich wertefrei sehe, aber naja)

    • Vor 8 Jahren

      Naja, DragonForce mal beiseite, aber Accept sind doch schon eine andere Liga als J.B.O.

    • Vor 8 Jahren

      Andere Liga als J.B.O ohne Frage, aber die finde ich sowieso beispielslos scheisse. Allerdings sind Accept traditionell, "veraltet" und verweigern Experimente und wollen auch nicht klug, hip oder vermeintlich zeitgemäß klingen. Daher dachte ich, dass es ein schönes Bashing von den üblichen Verdächtigen geben wird.

    • Vor 8 Jahren

      das ist ja auch mit AC/DC so.
      Sagt ja auch niemand was wenn das nunmal ihre Tour ist, voll okay. Wer AC/DC kauft, kriegt genau das was drin steht. Seit Jahren.
      Okay... nicht revolutionär, muss auch nicht, aber okay.

    • Vor 8 Jahren

      Amon Amarth!

      btw. darf Musik auch ab und an einfach Spass machen.

    • Vor 8 Jahren

      Das trifft aber nur auf luftig leichten Sommer-Raop zu.

    • Vor 8 Jahren

      Vergiss den guten Disco-Haus nicht, Morpho

    • Vor 8 Jahren

      natürlich. Hauptsache man macht die Mädels lang.

    • Vor 8 Jahren

      Accept machen vielleicht seit Jahrzehnten immer dasselbe, aber im Gegensatz zu J.B.O. versuchen die nicht witzig zu sein, und das, was die rausbringen, klingt auch richtig gut. Das neue DragonForce-Album hab ich mir noch nicht angehört, aber ich glaub das wird dann eh wieder eine Frage des Geschmacks sein. Die können vielleicht meisterhaft mit ihren Instrumenten umgehen, was dann dabei rauskommt muss dann aber nicht auf demselben Niveau sein.

    • Vor 8 Jahren

      Ich finde das ziemlich witzig. War wurden Metallica gehasst, als sie ihr black Album heraus brachten und sich veränderten. Andere machen so weiter wie bisher, und werden dafür auch verspottet. Und wenn ich an Doros Experimente denke, weiss ich warum ich Accept mag.

  • Vor 8 Jahren

    ich habe etwas gebraucht, jetzt läuft es quasi bei mir in der Dauerschleife.
    Accept macht seit Jahrzehnten den gleichen Shit..und das ist auch gut so..weiter so.

  • Vor 7 Jahren

    "Fall Of The Empire" ist mein Hit auf dem Album. Grossartig. Leider hat das Album auch einige Längen.