laut.de-Kritik

Retro-Soul für den Sommer.

Review von

Alles kommt zurück. Boomerangs, das letzte Bier von gestern Nacht und ganz sicher Trends. Der aktuelle Zeitgeist wühlt sich durch vergangene Dekaden und gräbt sowohl deren hässlichsten als auch schönsten Aspekte wieder aus. Schlaghosen, nur mal so als Beispiel, sind derzeit brutal angesagt. Genauso geblümelte T-Shirts. Ja, die 70er kommen (mal) wieder.

So ein modisches Revival geht auch Hand in Hand einher mit einem musikalischen. Die Last Shadow Puppets beleuchten die 'weiße' Seite der 70er nun schon seit einiger Zeit, die Black Pumas hingegen holen ihre Inspiration aus dem afroamerikanischen Soul und R'n'B der frühen 70er. Dabei trifft die Introspektion des jungen Sängers Eric Burton auf den groß angelegten Soul des Produzenten/Gitarristen Adrian Quesada. Gemeinsam hatten sie in den Staaten bereits den NPR-Titel "The Breakout Band Of 2019" eingesammelt und ihr selbstbetiteltes Debütalbum zeigt nun auch warum.

Zehn Songs lang widmen sie sich verschleppten Drum-Strukturen, Piano-Soli und schmachtenden Backgroundsängerinnen. Im Mittelpunkt steht dabei immer Burtons Gesang. Diesen hält er gerne reduziert und in komfortablen Höhen, um sich in große Ganze besser einzufügen. Dies führt auf "Colors" sogar dazu, dass nicht er der Star des Stücks ist. Diese Rolle teilen sich das Klaviersolo gegen Ende und der Boom-Bap-Beat.

Bei "Old Man" ist die Sensation hingegen die coolste Gitarrenspur der Platte. Quesadas Gitarre klingt teilweise wie eine Bläserfraktion, nur um danach weiterzuswingen und beendet den Song auch noch mit einem Solo. Auf "Touch The Sky" hingegen spielt die gleiche Gitarre einen deutlich bluesigeren Ton. Passend dazu klingt auch Burton erdiger, wenn er Zeilen wie "Let me touch the sky/ brother" aus sich herausquält.

"Stay Gold" und "Black Moon Rising" zeigen das cinematische Wesen der Platte auf. Ersteres groovt sich langsam ein - vor dem inneren Auge zieht ein Italo-Western vorbei. "Black Moon Rising" hingegen ist sowohl der Opener als auch der beste Songs des Albums. Von der ersten Sekunde an hat das Stück einen unwiderstehlichen Drive. Ganz sachte legt Quesada sein dichtes Klangkonstrukt aus Streichern, Drums, Bläsern und Piano um Burtons betont coolen Gesang. Noch besser kommt der Song nur in Kombination mit dem Musikvideo, das ganz in der Ästhetik des 70er-B-Horrormovie gehalten ist.

Der einzige Ausfall des Albums ist auch der einzige Ausflug aus der musikalischen Komfortzone. Der Closer "Sweet Conversation" versucht sich an einem träumerisch schwebenden Sound und scheitert als Rausschmeißer grandios. "Sweet Conversation" sorgt nicht dafür, dass die Platte langsam ausdreht. Nein, viel eher wird die Nadel abrupt angehoben.

Nichtsdestotrotz bleibt "Black Pumas" ein starkes Debüt, vor allem weil es sich nicht als solches anfühlt. Die Kombination aus Quesadas erdrückender Expertise und Burtons Retro-Stil hat zur Folge, dass sie sich wie zwei alte Hasen anhören. Nichts quietscht und knarzt, alles fließt ineinander. Also Schlaghosen an, kühles Getränk in die Hand und der Sommer kann kommen.

Trackliste

  1. 1. Black Moon Rising
  2. 2. Colors
  3. 3. Know You Better
  4. 4. Fire
  5. 5. OCT 33
  6. 6. Stay Gold
  7. 7. Old Man
  8. 8. Confines
  9. 9. Touch The Sky
  10. 10. Sweet Conversation

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