laut.de-Kritik

Der alte Haudegen begeistert mit ergreifenden Arrangements.

Review von

Das dritte Blackmore's Night-Album geht den Weg der letzten Scheibe kontinuierlich weiter. Es ist Trallala-orientiert und für einen Genuss am Stück kaum geeignet. Nichtsdestotrotz ist noch Einiges von der zarten Schönheit von "Shadow of the Moon" zu spüren und auch das Gitarrenspiel hat Ritchie Blackmore noch nicht verlernt. Vor allem im Mittelteil der CD kann der alte Haudegen mit ergreifenden Arrangements begeistern. Zu Anfang sind die Stücke jedoch allzu fidel und oberflächlich geraten. Ließen Blackmore's Night anfangs noch weitläufige Landschaften vor dem inneren Auge entstehen, so finden sich auf dieser Platte kaum noch Landstreicherlieder, sondern vielmehr Kammermusik.

Penetrant fröhlich beginnt die Scheibe, und auch der gute Bob Dylan steuert kein wirkliches Highlight zur Songpalette hinzu. Allerdings bewiesen die Coversongs der Retro-Combo noch nie besonders guten Geschmack, sondern vielmehr Entgleisungen desselben. Weiter gehts mit überschwänglichem Rundtanz bei "Home Again" und Bläserklängen bei der darauf folgenden Krönungszeremonie. Eher alibimäßig scheinen hier jedoch die Trompeten der Authentizität wegen eingebaut zu sein.

Doch die Rettung naht. "Fayre Thee Well", ein instrumentales Rennaissancestück, spannt den Bogen zu ruhigeren und gehaltvolleren Stücken. Der Titelsong enttäuscht nicht: mittelalterlich anmutende Klänge, mitreißender Rhythmus, und ein Gitarrensolo, bei dem der gute Ritchie es mit seiner E-Gitarre noch mal allen so richtig zeigt, die an seinem Status als Heroe der Gitarrenkunst zweifelten. Hätte jeder Song des Albums diese Substanz, es hätte vielleicht sogar fünf Punkte geregnet.

Auch das nachdenkliche "Hanging Tree", wohl der Höhepunkt der Platte, beweist die Fähigkeiten des Duos zu ebenso wunderschön harmonischen wie eindrucksvollen Klangbildern, unterstrichen mit einer ungewöhnlichen Instrumentenvielfalt. "Storm" lässt mit seinem lebhaften Gefiedel noch einmal das ungezwungen Freie des ersten Albums auferstehen. Was folgt sind Popsonganleihen und mit "Benzai-Ten" ein Bonbon für die vielen japanischen Fans. Die Gitarrenmelodie wirkt asiatisch, aber nur ein bisschen, um auch die europäischen Käufer nicht abzuschrecken. "Again Someday" findet schließlich einen ruhigen akustischen Ausklang. Kein schlechtes Album eigentlich, wenn man die richtigen Songs daraus anhört.

Trackliste

  1. 1. Written In The Stars
  2. 2. The Times They Are A Changin
  3. 3. I Still Remember
  4. 4. Home Again
  5. 5. Crowning Of The King
  6. 6. Fayre Thee Well
  7. 7. Fires At Midnight
  8. 8. Hanging Tree
  9. 9. Storm
  10. 10. Mid Winter's Night
  11. 11. All Because of You
  12. 12. Waiting Just For You
  13. 13. Praetorius (Courante)
  14. 14. Benzai-Ten
  15. 15. Village On The Sand
  16. 16. Again Someday

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