laut.de-Kritik

Ein positives Beispiel für das Nu Metal-Revival.

Review von

Mit ihrer Gründung im Jahr 2013 waren From Ashes To New im Nu Metal spät dran, erreichten aber seit ihrem Debüt "Day One" (2016) auf Spotify trotzdem eine aktuell 1,5 Millionen starke Hörerschaft. Während sich Asking Alexandria-Gitarrist Ben Bruce und Trivium-Bassist Paolo Gregoletto vor kurzem darüber stritten, ob Nu Metal eine der besten Zeiten für Metal war oder nicht, hatte die Gruppe aus Lancaster schon eine vollendete vierte Platte. Mit der müssen sie sich nicht verstecken: "Blackout" bringt das Genre, das gerade ein Revival erlebt, mit Metalcore zusammen und produziert einige Banger.

Bei einem Opener wie "Heartache" schaltet man so schnell jedenfalls nicht ab. Matt Brandyberry nimmt sich mit seinem Rap der Strophe an, in der sich im Hintergrund ein Sturm zusammenbraut. Die aufgestaute Spannung entlädt sich schließlich in einer starken Hook, für die Danny Case gefragt ist, der die härteren Vocals beisteuert.

Den starken Einstieg führt "Nightmare" weiter. Diesmal gehen sie aber direkt mit mehr Schmackes an die Sache und zeigen wieder, dass explosive und catchy Refrains ihre Stärke sind. Apropos catchy Refrain: Der reißt das Ruder im sehr gefälligen "Hate Me Too", in dem sie das Thema toxische Beziehungen ansprechen, herum. Trotzdem bleiben die beiden einführenden Songs um einiges überzeugender.

In "Hope You're Happy" präsentieren sich From Ashes To New von all ihren Seiten. Lauscht man dem Wechsel von ruhigen Gesangs- und Rap-Parts und dann zu energiereichen Teilen wie Refrain und Bridge, verfliegt die Zeit schnell. Über das ganze Album hinweg merkt man zudem, dass Case und Brandyberry ein ähnlich eingeschworenes Team sind, wie es Chester Bennington und Mike Shinoda waren.

Nach "Barely Breathing" mit seinem Akustikgitarren-Intro, das enttäuschend flach ausfällt, sammeln From Ashes To New ihre gesamten Kräfte für "Dead To Me". Schon am Aufbau zu Beginn erahnt man, dass der Track eine gewaltige Schlagkraft haben wird. Nicht nur in den Lyrics lassen sie ihre ganze Wut mit Nachdruck heraus, auch musikalisch powern sie sich aus. Die Lautstärke runterdrehen? Unmöglich. "You're dead to me inside / So get the fuck out of my life", gibt Case einen Warnschuss vor dem Breakdown ab.

Bedrohlichkeit vermittelt auch "Monster In Me" mit seinen Horrorfilm-Vibes, die eine E-Gitarre mit einer simplen Tonabfolge erzeugt, die immer wieder auftaucht. Auch die kurze Passage, die den Rap- mit dem Metalteil verbindet, trägt zum gelungenen schaurigen Ambiente bei. "Echoes" hingegen hat einen auffallenden 2010er-Linkin Park-Feel, der sich in erster Linie im Beat und dem soften Gesang in der Strophe äußert. Auf "Armageddon" spielt sich das Quartett im Anbetracht unseres Handelns auf dieser Erde wieder in Rage und brettert mit mehr Synthesizer als bisher los.

Angeheizt geht die Formation in "Legacy" über, bei dem man automatisch mitgeht. Nur der Breakdown fällt nicht so groß aus - der ist dafür in "Until We Break" um so krachender. Kein Wunder, schließlich versteht der Feature-Gast Matty Mullins das Handwerk bestens, da seine Band Memphis May Fire aus dem Metalcore kommt. Am Mikro singt er aber lediglich fünf Zeilen allein. Anstatt "Broken By Design" als finalen Song anzuhängen, hätten sie lieber Mullins mehr Zeit zugesprochen.

Die letzten zwei Lieder trüben den Gesamteindruck von "Blackout" kurz. Ruft man aber die Übrigen aus dem Gedächtnis ab, verschwindet dieser Gedanke rasch wieder. From Ashes To New liefern mit ihrem neuen Longplayer ein gutes Argument dafür, warum das Nu Metal-Revival seine Daseinsberechtigung hat.

Trackliste

  1. 1. Heartache
  2. 2. Nightmare
  3. 3. Hate Me Too
  4. 4. Hope You're Happy
  5. 5. Barely Breathing
  6. 6. Dead To Me
  7. 7. Monster In Me
  8. 8. Echoes
  9. 9. Armageddon
  10. 10. Legacy
  11. 11. Until We Break (ft. Matty Mullins)
  12. 12. Broken By Design

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