Nach den Betrugsvorwürfen gegen den Sänger liegt nun ein geplantes Comedy-Format auf Eis.

Hannover (dol) - Fynn Kliemann steht weiter unter Druck. Nachdem ihm Jan Böhmermann im "ZDF Magazin Royale" betrügerische Geschäftspraktiken beim Verkauf medizinischer Masken vorgeworfen hatte, kündigten zahlreiche Kooperationsarbeiter die Zusammenarbeit mit dem YouTuber auf. Wie DWDL.de berichtet, hat sich nun auch Nordmedia von ihm abgewandt. Die zum Norddeutschen Rundfunk sowie den Bundesländern Niedersachsen und Bremen gehörende Film- und Mediengesellschaft fördert Fernsehformate und Kinofilme.

In diesem Jahr wollte die Medienförderungsgesellschaft eine neue Comedyshow von Fynn Kliemann unterstützen, die er mit der Kliemannsland GmbH für den NDR produzieren sollte. Das Unternehmen zeichnete bereits für "Das Hausboot" auf Netflix und "Die Lieferung" auf ZDFneo verantwortlich. Unter dem Titel "Und Bitte!"" sollte ein Format hinzukommen, das sich laut DWDL.de zwischen "Spieleshow im klassischen Sinne" und "Impro-Comedy-Show" bewegt. Im vergangenen Jahr hat Nordmedia eine Absichtserklärung ausgestellt, die Show finanziell zu fördern.

Für das nun eingestellte Projekt hatte das Unternehmen ursprünglich Fördergelder in Höhe von knapp 485.000 Euro vorgesehen. Dabei sollte es sich um den höchsten Einzelbetrag der ersten Förderrunde des Jahres handeln – und eine der höchsten Fördersummen der vergangenen Jahre überhaupt. Thomas Schäffer, Geschäftsführer von Nordmedia, rechtfertigte die Summe gegenüber DWDL.de mit dem sogenannten "Regionaleffekt, der in diesem Fall zum Tragen kommt, weil das Format aus Niedersachsen stammt."

"Geschäftemachen auf dem Rücken von Schutzsuchenden"

Zu den weiteren Unternehmen, die sich mittlerweile öffentlich von Fynn Kliemann distanziert haben, gehören die Brauerei Jever sowie das Cannabis-Start-Up Sanity Group. Auf dem Gelände seines Kliemannslands, wo er als "Heimwerkerkönig" residiert, hat der Influencer im Mai 2021 ein fünf Hektar großes Hanffeld angelegt. Den Großteil des Nutzhanfs erhielt eine Biogasanlage. Ein Teil ging an die Sanity Group, die sie zu CBD-Produkten verarbeitete, für die der Sänger wiederum warb. Laut Pressesprecher werde es "in dieser Form keine weitere Zusammenarbeit mit Fynn Kliemann geben."

"Betrogen und verraten", fühlt sich auch der Vorstand des 'Wir packen's an e.V.', der von Kliemann 6.000 mutmaßlich minderwertige Schutzmasken für Geflüchtete auf der griechischen Insel Chios erhalten hat. Entgegen anderslautender Berichte habe der Verein laut eigenen Angaben nur zehn Prozent der Masken sowie die Versandkosten als Spende erhalten und die restlichen für knapp 6.300 Euro erworben. Das "Geschäftemachen auf dem Rücken von Schutzsuchenden, von Menschen, die vor Krieg und Elend flüchten, die Schutz brauchen anstatt Betrug" sei für sie das "Allerschlimmste".

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1 Kommentar mit 3 Antworten

  • Vor einem Monat

    Das ein Millionär und bekannter Youtuber Fördergelder in der Höhe bekommen sollte, ist es eh ne unfassbare Frechheit.

    • Vor einem Monat

      @KyleButler:
      Sollte er ja auch nicht ...?
      Es sollte ein Projekt aus dem Boden gestampft werden, an dem er beteiligt ist. Zur Umsetzung wurde ein Fördertopf zur Verfügung gestellt. Das heißt weder, daß das die kompletten Produktionskosten sind, noch heißt es, daß das Geld vollständig in Kliemanns nachhaltig und ordnungsgemäß gefertigter Jutetasche gelandet wäre.
      Gruß
      Skywise

    • Vor einem Monat

      Das ist nicht ganz mein Problem. Ist genau so ein Problem wie wenn Til Schweiger regelmäßig Fördergelder erhält.
      Es geht um Fördergelder die eher unbekannte Künstler fördern sollten. Aber stattdessen landen die Gelder immer wieder bei etablierten Leuten.

    • Vor einem Monat

      @KyleButler:
      Heißt, wenn ein Filmprojekt gefördert wird, ist das so lange in Ordnung, bis mit Mario Adorf und Matthias Schweighöfer zwei bekannte Gesichter aus Interesse ihre Beteiligung zusagen, dann sind dem Projekt die Fördermittel zu entziehen?
      Ich denke schon, daß so etwas wie Nachwuchspreise oder Fördermittel an sich häufig genug bei weniger etablierten Leuten landen. Man macht aber um sie weniger Tamtam, weshalb oft genug der breite Mann von der Straße nicht mitkriegt, wo das Geld gelandet ist, weil - wer interessiert sich schon für das Kleingedruckte, das weniger etablierte Leute verursachen? Stars und solche, die sich dafür halten und sich aus dem Grund in der Öffentlichkeit zum Vollhonk machen, bieten Schlagzeilen mit mehr Fruchtfleisch.
      Gruß
      Skywise