Deutscher Pop hat sich selten mit Abenteuerlust oder Experimenten hervorgetan. Erfolgreiche Songs klangen in den letzten zwanzig Jahren oft berechenbar, die Künstlerinnen und Künstler hatten nicht wahnsinnig viel zu erzählen, und eine große Fan-Kultur findet sich auch nicht. Dabei leben wir in einer …

Zurück zur News
  • Vor 3 Monaten

    Ich will denen allen gar nicht mal unterstellen, dass sie keinen Spaß an der Sache hätten, aber gefühlt haben die alle denselben Songwriter. Da geht es ausschließlich um Airplay und darunter leidet in erster Linie die Kunst.

  • Vor 3 Monaten

    An dieser Stelle möchte ich auf "Universum regelt" von Schmyt & MAJAN verweisen, der alles richtig macht, was man bei solch einem Pop-Rap-Crossover eben richtig machen kann.

    https://www.youtube.com/watch?v=9F2I2DLMA_A

  • Vor 3 Monaten

    Fällt euch ja früh auf, hat Böhmermann schon vor zig Jahren erkannt und die Hintergründe erklärt....

  • Vor 3 Monaten

    Diese Songs höre ich immer beim Krafttraining. Mein Oberarmumfang ist schon um 0,5cm gewachsen, seitdem ich vor 1 1/2 Jahren angefangen habe.

  • Vor 3 Monaten

    Sido (Astronaut) und Motrip (So wie du bist) haben wir diesen Gülle-Trend zu verdanken, oder?

  • Vor 3 Monaten

    Danke für diesen Artikel! Ich finde es immer merkwürdig, dass alle Leute krähen, dass Rockmusik tot wäre und ich doch besser den total "deepen" (wohl eher Deppen) Deutschpop hören sollte.
    Warum nennt sich diese eine Truppe eigentlich 1986zig? Ich meine, Neunzehnhundertsechsundachtzigzig.

  • Vor 3 Monaten

    Gerade im Supermarkt fallen einem dann doch schon ungewöhnlich viele Popsongs aus den 80ern und 90ern auf, deren Melodien in einem Takt mehr Verspieltheit demonstrieren, deren Tonarten sich bis ein-, zweimal ändern und rhytmisch einiges können. Ein alberner Hitlift zum Ende hat da nicht ausgereicht. Das kommt halt aus einer Zeit in der noch viel gesungen wurde, vor allem aber auch Traditionals und Volkslieder, da konnten die Leute dann auch was mit ihren Stimmen anfangen und hatten andere Repertoires.
    Wenn heute mal jemand singen kann wird es dann schnell zu totgesungenen Billosongs. Mit Schrecken musste ich letzten Christina A....era hören. Die Akkordfolge so simpel, aber der Refrain ein auf und ab Gebellte ohne Sinn.

    Aber man sollte bei diesem Deutschpop eines beachten: Das Publikum. Die Körperfresser sind wohl schon gekommen und "Wir halten alle zusammen, morgen wird es besser" spricht die Zerrbilder von Emotionen halt an.
    Damit will ich nicht sagen, der Kassierer an der Tanke sei ein Unmensch. Aber in einer Welt in der man Klopapier und Sonnenblumenöl hortet und am Samstag brav nach Schnäppchen gejagt wird, man eine Alexa als Erleichterung betrachtet und einem Selfies das Gefühl von Geborgenheit geben, in der darf man wirklich nicht erwarten dass die Aufmerksamkeit so groß ist, dass tiefere Texte und komplexere Musik verkraftet werden können.

    • Vor 3 Monaten

      "Das kommt halt aus einer Zeit in der noch viel gesungen wurde, vor allem aber auch Traditionals und Volkslieder, da konnten die Leute dann auch was mit ihren Stimmen anfangen und hatten andere Repertoires."

      Du meinst aber nicht etwa die 1880/90er, oder?

    • Vor 3 Monaten

      Doch tatsächlich. Die Kultur war besonders in Skandinavien und England viel stärker auf das Singen ausgelegt. Auch Abba etwa aus den 70ern sind alle mit mehr Gesang aufgewachsen. Eine moderneres Beispiel wären Mando Diao, auch die haben schon früh sehr viel gesungen.
      In Deutschland gab es berechtigterweise einen Bruch mit der Volksmusik, romantische Lieder über schöne Landschaften waren vorerst tabu, eine neue Sprache musste erst gefunden werden. Nachdem viel aus England und den USA kopiert wurde war es dann wohl am ehesten die NDW und später die Ärzte die einen neuen Kanon geschaffen haben der auch mal am Lagerfeuer gesungen wurde. Gleiches gilt für die Texte.

      In anderen Ländern gab es diesen Bruch nicht, daher wundert es kaum dass soviele Melodieprägenden Bands aus Skandinavien oder England kommen. Das fällt natürlich auch mit dem Melodie/Rhytmus-Gefälle von Nord nach Süd zusammen.

      Und natürlich wurde vor allem in den 90ern viel Blödsinn getrieben, aber selbst in vielen Eurodance Nummern sind noch spannende Wendungen enthalten. All that she wants wäre da als Beispiel zu nennen.

    • Vor 3 Monaten

      @Kochloeffel:
      "romantische Lieder über schöne Landschaften waren vorerst tabu"
      Eigentlich ganz im Gegenteil ...? Nach dem Krieg hatten doch gerade die romantischen, sehnsuchtsvollen Lieder Konjunktur, neben den witzig-unbeschwerten bis überdrehten Schlagern. Das war ja auch der Grund für die Treffen auf der Burg Waldeck in den 60ern - eine Art "neues Volkslied" zu schaffen. Diese Generation war mitsamt ihren etwas wunderlichen Auswüchsen (Blödelbarden) mindestens ebenso wichtig für die Entwicklung des Lieds wie es später die NDW/der Austropop war, auch wenn die NDW teilweise die Waldeck-Generation in den Boden gestampft hat. Aber die Lieder am Lagerfeuer gab's schon deutlich vor den Ärzten, nur wurden die halt je nach Gruppensitzung verfaßt von Hannes Wader, Zupfgeigenhansel, Mike Krüger, Udo Lindenberg oder Franz Josef Degenhardt ... falls noch jemand eine "Mundorgel" älteren Baujahrs besitzen sollte ...
      Gruß
      Skywise

  • Vor 3 Monaten

    Mal wieder ein Artikel, der schon an Hand vom Titel erkennen lässt, dass sich Yannik über "Deutschrap" und oder dessen "Szene" "Gedanken" gemacht hat.
    Langweilig. Schlecht geschrieben. Nicht gelesen.

    • Vor 3 Monaten

      Schade, dass Dani sowas nicht macht. Da würde eventuell wirklich spannendes und geistig gereiftes bei Rum kommen. Aber kein Vorwurf. Ich glaube ab 30 hat man keine Zeit mehr, sich über sowas Gedanken zu machen. Oder keine Lust mehr? Oder einfach besseres zu tun?

    • Vor 3 Monaten

      Und warum ist das so? Weil Yannik hier Musik diskutiert, deren Zielgruppe 13 jährige sind. Entsprechend seinem k-pop. Allgemein denkt sich jeder, der nu-metal, Gangster rap der 00er Jahre, eurodance, Boygroups, Tokio Hotel oder sonst einen Trend mit gemacht hat und dem ganzen einfach entwachsen ist, nur, dass es billig ist, unnötig, eine Kuh melkt. Klickt weiter und ignoriert diese Musik. Jeder, der diesen Schritt nicht geschafft hat, regt sich darüber auf und meint dies "analysieren" zu müssen. Soll er. Aber irgendwie sagt das mehr über den Autor, als über die Künstler.

    • Vor 3 Monaten

      beunruhigend viele kommentare für nicht gelesen

    • Vor 3 Monaten

      Squalli hat sich über "Arpeggio" und "ynk" "Gedanken" gemacht...

    • Vor 3 Monaten

      Da Yannik allerdings auch der Redakteur für diese Zielgruppe ist, macht es vllt sogar Sinn, dass er ihnen die Welt erklärt. Komisch find ich nur, dass er bei Genres die er feiert dieses Generische oftmals irgendwie auszublenden scheint, wenn es zb um Flows oder Beats geht.

    • Vor 3 Monaten

      Squalle mal wieder im rabbit hole der absoluten Peinlichkeit. :lol:

  • Vor 3 Monaten

    Ich glaube, dass es noch genug spannende Acts in Deutschland gibt, sie haben nur keine Öffentlichkeit. Die Major-Labels haben keinen Mut, genauso wenig wie die Radiosender. In den Streaming-Listen und auf YouTube geht’s nach „meistgehört“, „meistgeklickt“, deshalb gehen unbekanntere oder zunächst ungewohnt klingende Sachen unter. Im TV werden neue Gesichter höchstens noch bei Inas Nacht oder auf Arte gezeigt.
    Eigentlich gab es seit den Sechzigern in jedem Jahrzehnt Phasen, wo sich innovative deutsche Popmusik aus dem Untergrund nach oben gepusht hat, aber seit ca. 15 Jahren haben anscheinend nicht mehr viele Lust auf größere musikalische Veränderungen.

    • Vor 3 Monaten

      Die Sender, zum großen Teil aus öffentlichen Geldern finanziert, ballern einen nur mit Musik der drei großen Majors zu und haben nicht den Anspruch, Kultur oder Newcomer zu fördern. Wichtig ist, dass Werbeslots verkauft, dubiouse Call in Gewinnsppiele veranstalltet, dumme Witze in den Morning Shows erzählt und die neuen Majorreleases beworben werden.

      Das letzte experimentelle Phase von Majorlabels waren wohl die ersten beiden FOTOS LPs über Island / Universal (?) und die Alben von Polarkreis 18.

    • Vor 3 Monaten

      Da mag der ehrenwertere der boardbekannten Sirs Recht haben, insbesondere da Island ja dankenswerterweise eigentlich von allen Besitzern seit Übernahme durch PolyGram noch verhältnismäßig lange als eben solche Insel im Vergleich zum Festland-Einheitstorf des jeweils nachfolgenden Großgrundbesitzers weiterbetrieben wurde...

      Ist aber auch nach 2006 alles ganz rapide ganz anders geworden auf der (Rest-)Insel. :(

    • Vor 3 Monaten

      Noch kleiner Podditipp zum Thema. Das Ende des Labels wurde auch thematisiert.

      https://soundcloud.com/studiostenger/vol-1…

  • Vor 3 Monaten

    Musik ist mittlerweile zum Produkt verkommen. Und neben Chinaschrott made in Germania, USandA und Co, gibt es eben wenig Qualität. Denn wenn man „jeden Tag“ produzieren/abliefern muss und die Anzahl der Künstler und ihrer Werke geringer als die Nachfrage ist, dann kommt Fast Food Mukke raus. Konsumnachfrage ist eben kein Qualitätspusher.

    • Vor 3 Monaten

      mittlerweile, soso.

    • Vor 3 Monaten

      Willst du mir etwa sagen, dass Ende der 80er/Anfang der 90er - bis auf ein paar Boygroups - fast Food Musik das Ding der Stunde war? Heute gilt ein Releasezyklus von 3 Jahren als Comeback - wie soll bei überschaubarem Talent und der Taktung eines Kaninchenficks irgendwas mit mehr Substanz als Chickenshitnuggets entstehen können? Ja, Musik war immer schon kommerziell, aber zu 90% billig Schrott ist es erst in den letzten Jahren verkommen.

  • Vor 3 Monaten

    Gut gewähltes themenspektrum. Exakt dasgleiche fällt mit auch seit Jahren auf. Hab neulich im Hintergrund eine nicht selbst gewählte tracklist mit halben Ohr verfolgt und das ist stets das absolut gleich affig negative klangkonstrukt mit dem moralinsauren vorschlagshammer in eine ewig keimende gussform des selbstmitleids geschlagen

    All dieser rauchgeschwängerte depri-schmu. Herz Schmerz reimt sich auf Haus Maus. Gestelzte Charaktere wie elif oder Lea verströmen akute todessehnsucht, die Welt ist grau und schuld ist die lühübä, also bewährte Flucht in kippen, dunkle Kleidung und gin. Borderline forever. Die männlichen Protagonisten sind vor lauter Kiff und Koks zu emotionslosen hüllen mit müden blicken verkommen, die nichts zu sagen und melden haben, Entwicklung gleich Null. Und das viele Geld ist ja auch eine schwere Bürde neben den ach so mühsamen Beziehungskämpfen, schnief.

    Je mehr pseudoemotion, desto egaler wird es. Ab und an sind solche thementracks aber nicht unwillkommem in etwaigen individuellen lebensphasen. Nicht aber die bloße Darbietung ist das Problem, sondern die schiere Überlastung, Flut und ausschlachtung

    Somit: Gute Punkte ynk

  • Vor 2 Monaten

    Leider geht der ganze musikalische Kulturpessimismus auch an mir nicht spurlos vorbei - insbesondere in den letzten 5-10 Jahren. Man mag sich das ja immer wieder schön reden oder sich emotional von den Mark Forsters dieses Landes entfernen und den Hörern einfach Gutes gönnen wollen. So wirklich klappt es aber einfach nicht. Zu absichtlich Seicht und Nichtssagend ist mir das alles einfach geworden. Da ist so viel Berechnung und dummdreiste Absicht dahinter, dass mich deutsche Popmusik dann doch einfach frustriert. Es ist so schrecklich traurig, dass der eigene Geist und die eigene Seele so gar nicht stimuliert werden von der ganzen Scheiße, die irgendwie doch wieder auf Platz 1 landet.

    Das ist jetzt kein direkter Vergleich oder ein "der Typ ist einfach besser als alles andere"-Denken, aber ganz exemplarisch hab ich gerade in den letzten Tagen wieder beim Hören von Mark Knopfler gedacht, "Man, was für schöne Texte. Was für schöne Geschichten, die er da erzählt." Also wirklich Geschichten mit ausgedachten Charakteren, teils in irgendwelchen historischen Kontexten verankert. Ich hab mich selbst mal wieder darin wahrgenommen, wie sehr ich es genieße, einfach auch durch Lyrics bereichert und stimuliert zu werden, weils schlicht Musik mit Inhalt war.

    Das kann's doch echt nicht sein, dass sich die letzten Jahre eine derartige Inhaltsleere über uns auskotzt! Diese völlige Anspruchslosigkeit beim Komponieren von Musik ist mir völlig unbegreiflich! Grad vor ner Stunde mal wieder "Karat" in der Liste gehabt mit "Der blaue Planet" oder "Über sieben Brücken musst du gehn" - kann man sicher seine Witze drüber machen, aber diese jahrzehntealten Songs wischen doch mit Deutschpop 2022 den Boden auf!

    Naja, im größeren Kontext spiegelt das einfach die generelle Entwicklung in den allermeisten gesellschaftlichen Bereichen wider. Was freue ich mich auf die nächste, echte Gegenkultur dessen! Ich bin mir sicher, irgendwo brodelts grad richtig und ist drauf und dran, dieser ganzen Konsensscheiße überall mal so richtig den Spiegel vorzuhalten... :)