laut.de-Kritik

Melancholische Musik für besinnliche Momente.

Review von

Werte Liebhaber von Porcupine Tree und sämtlichen anderen Steve Wilson-Veröffentlichungen aufgepasst: mit "A Healing Place" veröffentlichen The Chant aus Finnland ihr mittlerweile drittes Album, das euren Geschmack genauso treffen dürfte, wie den diverser Shoegazer-Fans der jüngeren Generation.

Die mittlerweile sieben Finnen, die hinter The Chant stecken, haben mit "A Healing Place" ein verdammt treffend betiteltes und vielschichtiges Album abgeliefert, das mit seiner melancholischen Stimmung eigentlich so gar nicht zum sonnigen Badewetter des Augusts 2012 passen will. Und dennoch funktionieren die acht Songs auf der Scheibe auch bei strahlenem Sonnenschein.

Als heilsamer Ort wird diese Scheibe bezeichnet, und Sänger Ilpo Paasela und seine Männer und Dame scheinen tatsächlich die Fähigkeit zu haben, manche Narbe auf der zerkratzen Seele mit ihrer Musik zu heilen. Mit sanften Klängen, akustischen Gitarren, Klavier und leichten, programmierten Drums und mehrstimmigem Gesang setzt "Outlines" sanft ein und lässt manche Erinnerung an Anathema oder Ghost Brigade aufsteigen, denn verzerrte Gitarren finden trotz sich steigernder Drums wenig bis gar nicht statt.

Stattdessen setzen sie lieber in ruhigen Passagen auch mal auf einfühlsame Saxophon-Klänge (Outlines" und "Distant Drums"), leichte Corvus Corax-Anklängen (wie gegen Ende von "Spectral Light", ist aber eine Gitarre und keine Sackpfeife) oder eben doch mal ein harsches Gitarrenarrangement wie in "Riverbed", um auch den Stromschnellen des Songs/Lebens gerecht zu werden.

Eine wunderschöne Kombination aus Klavier und Gitarre läutet "Spectral Light" ein und offenbart eine Band, die mit Leichtigkeit interessante und gleichzeitig leicht nachzuvollziehende Spannungsbögen aufbaut und sie auch auf über acht Minuten Länge aufrecht hält. Doch auch ein fast schon simpler Popsong wie "Ocean Speaks" entfaltet die Magie, die The Chant auf kompletter Albumlänge versprühen.

"A Healing Place" ist etwas für die ruhigen, besinnlichen Momente im Leben. Dass diese aber genauso im tristen Dunst eines Herbstmorgens wie im sonnigen, strahlend blauen Himmel eines sonnigen Nachmittags im Hochsommer zu finden sind, wird wohl niemand bestreiten wollen.

Trackliste

  1. 1. Outlines
  2. 2. Spectral Light
  3. 3. Riverbed
  4. 4. The Black Corner
  5. 5. Ocean Speaks
  6. 6. Distant Drums
  7. 7. My Kin
  8. 8. Regret

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1 Kommentar

  • Vor 10 Jahren

    1) Du meinst wohl Steven Wilson.
    2) Was hat besagter Steven Wilson mit Shoegaze zu tun?
    3) Was hat das vorliegende Album mit Shoegaze zu tun?
    4) Weist du überhaupt, was Shoegaze ist?

    bitte konzentriere dich auf den belanglosen Rumpelmetal, da ist die Treffergenauigkeit höher, wenigstens die Musik objektiv richtig einzuordnen.

    Post-Punk, Ambient, Progressive Rock, Gothic Rock und Shoegaze?!? Oder doch eher Alternative?

    Musik ist nichts weltbewegendes im Kontext anderer Projekte, aber die Produktion ist grundsolide. 3 Punkte. Anathema, Katatonia, The Cure oder Antimatter, Porcupine Tree - irgendwo zwischen Gothic Rock und Alternative/Prog Rock schippert das Album umher - manchmal mit Ambient-Passagen.