laut.de-Kritik

Zu viele Emo-Post-Punk-Filler stören die düstere Stimmung.

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Zwei Jahre nach der Veröffentlichung ihres achten Studioalbums "Crash Love" versammeln sich alle Afi-Mitglieder erstmals wieder geschlossen in den Hollywood Hills von LA, um an neuen Songs zu tüfteln. Eine wegweisende Phase für die Band, denn Inspirationen gibt es noch und nöcher: Portishead treten wieder auf. The Cure stehen an drei aufeinanderfolgenden Nächten im Pantages Theatre auf der Bühne, während Morrissey im Shrine Auditorium zum Lauschen lädt.

Im April 2013 trafen sich Afi mit Produzent Gil Norton (Pixies, Foo Fighters, Jimmy Eat World), um das entstandene Material in Form zu gießen. Dieser ist sofort Feuer und Flamme: "Die Songs strotzen nur so vor Atmosphäre. Ich bin schwer beeindruckt", so der Studio-Guru. Sechs Wochen später ist die Arbeit getan. Weitere fünf Monate später präsentiert sich das Ergebnis unter dem Titel "Burials".

Bereits nach dem Einsteiger-Duo ("The Sinking Night", "I Hope You Suffer") schließt man sich Gordons Ersteinschätzung applaudierend an. Mit düsterer Mystik und in schleppende Finsternis gehüllt kreieren Davey Havok und Co eine Gänsehaut bereitende Atmosphäre, der man sich nur schwer entziehen kann. Dabei stehen vor allem schleppende Tom-Rhythmen und Havoks eindringlicher Gesang im Vordergrund, während im Hintergrund pointierte Gitarren und immer wieder eingeworfene Synthieflächen als düstere Begleiter fungieren.

Doch das ist erst der Anfang. Nach dem melodischen Post-Punk-Einschub "A Deep Slow Panic" geht es mit "No Resurrection" erneut hinab in dunkelste Gefilde. Mit knarzigem Bass und umgarnender Gitarrenarbeit verdient sich der Viereinhalbminüter den Atmosphäre-Deluxe-Button. Nicht minder opulent, verdichtet und mit aufwühlenden Laut-leise-Schwankungen versehen, schieben sich Songs wie "Heart Stops" und "The Embrace" aus den Speakern.

Statt sich allerdings der emotionalen Fülle erwähnter Songs zu ergeben, drücken die Amerikaner zwischendurch immer wieder völlig unnötig aufs Gaspedal. So reißen durchschnittliche Emo-Post-Punk-Filler wie "17 Crimes", "Wild" oder "Greater Than 84" tiefe Wunden, die auch nach mehrmaligem Hören nicht so richtig verheilen wollen. Schade drum. Mit ein bisschen mehr Durchhaltevermögen hätte hier richtig Großes entstehen können.

Trackliste

  1. 1. The Sinking Night
  2. 2. I Hope You Suffer
  3. 3. A Deep Slow Panic
  4. 4. No Resurrection
  5. 5. 17 Crimes
  6. 6. The Conductor
  7. 7. Heart Stops
  8. 8. Rewind
  9. 9. The Embrace
  10. 10. Wild
  11. 11. Greater Than 84
  12. 12. Anxious
  13. 13. The Face Beneath The Waves

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