laut.de-Kritik

"Kennste, kennste" als Adlib wäre der logische nächste Schritt.

Review von

Erstaunlich, wie konsequent Edgar Wasser und Fatoni auf den Singles zu "Delirium" daneben gehauen haben. Dabei sind sie doch Vorzeigekinder ihrer Sparte, gerade Edgar bewies so oft, wie clever er sein kann. Auch über Fatoni habe ich mir glaubhaft versichern lassen, dass er dabei schon gesichtet wurde. Aber mit jeder neuen Auskopplung schälte sich klarer heraus, dass da nicht gerade Magie entstanden ist. Die Singles: Ein Sprücheklopfen ächzend vor Müdigkeit.

Songs darüber, dass man keine Ideen für Songs habe, und Schläge auf die Feindbilder von vorgestern. Um den ganzen Mist noch zu garnieren, gab es einen Promobeef, so lieblos dargeboten, dass Fans die Album-Absage nur etwas verwirrt mit "Joa, hehe, wir freuen uns aufs Album" kommentierten. Doch all das bereitete nicht darauf vor, wie hart dieses Projekt wirklich crashen sollte. "Delirium" zu hören fühlt sich an wie die siebzehnte Staffel "Family Guy" gucken. Es ist nicht nur schlecht. Es ist so schlecht, dass man hinterfragt, ob man die guten Staffeln überhaupt je gemocht hat.

Dabei machen die beiden auf den ersten Blick gar nicht so viel anders als sonst. Sie machen es nur offensichtlich mit so viel weniger Inspiration. Späßchenmacher-Rap im Endstadium. Meistens klingen die Verses wie ein extrem mittelmäßiger Comedian am Ende seiner Kaffeehaus-Tour, der sich durch eine nicht enden wollende Impro schleppt. Minutenlang hängt er am selben Witz und mit jedem Versuch, ihn noch einmal zu drehen, knüppelt er die Pointe noch toter. Bestes Beispiel: "11 Minuten". Weiß der Teufel, ob die da dachten, das sei ein cleverer Kommentar zu Frauenbildern im Rap, aber am Ende ist die einzige Pointe, dass sie unwitzige Scheiße labern, aber danach grinsend anerkennen, dass es unwitzige Scheiße war. Line nach Line reiten sie auf derselben greisenhaften Pointe herum, mit jeder neuen Zeile scheint ihr gezwungenes Mario Barth-Grinsen weiter anzuschwellen, die Nummer wird an irgendeinem Punkt so unerträglich gezwungen, dass ein "Kennste, Kennste"-Adlib eigentlich nur die logische Konsequenz gewesen wäre.

Auffällig oft rappt Edgar Wasser darüber, dass ihm entweder keine Lines einfallen oder dass er die, die er gerade gesagt hat, eigentlich selbst blöd findet. Zeilen wie "Ich hab' immer noch so viele Punchlines / Dass ich grad nicht so ganz weiß, welche ich jetzt aufschreib' (Äh)" findet man zuhauf. Megaloh wäre stolz, denn was Edgar da sagt, verkörpert er auf der Platte auch bis zum Äußersten. Wie sonst erklärt man sinnloses Gerante wie: "Des weiteren grüß' ich an dieser Stelle die freundliche Stewardess (High) / Die mich vor den Flug dran erinnert, dass da, wo ich sitze die Notausgangstüre ist (Ni) / Sollte der Flieger abstürzen, dann zählt sie auf meine Kooperation (Oh) / Eigentlich ist mir das zu viel Verantwortung, aber der Platz für die Beine ist cool." Wenn ein Texter wie Edgar vier Zeilen für diesen Kalauer verballert, den er anscheinend bei vier Upvotes von Jodel gestohlen hat, dann muss er wirklich down bad gewesen sein, irgendwie das Textblatt vollzumachen.

Aber das bleibt die Formel: Irgendein schlechter Witz, dann ein anerkennendes Zwinkern, weil das ja ein schlechter Witz war. Ist das dieser ironische Rap? Aber warum? Jungs, warum verschwendet ihr meine Zeit, warum verschwendet ihr eure Zeit? Und das von Leuten, die für die besten Texter Deutschlands gehalten werden? Ich fühle mich unter Beweiszwang, die unerschütterliche Mittelmäßigkeit dieser Lines zu erklären. Deswegen hier, ich widme einem ganzen Absatz nur Beispielen von völlig sinnlosen Füllerlines, die aus unerfindlichen Gründen ins Gesamtprodukt eingezogen sind:

"Dickerchen, Dickerchen, Dickerchen, Dickerchen (Digga) / Wache ich morgens auf, machе ich anschließend immer еrst einmal ein Nickerchen (Whu) / Dann rapp' ich paar Bars ein (Uh, krass) / Und schlafe danach ein." ("Der Beste") "Ich bin der Allerbeste hier, ist so (Ist so) / Keine Frage, so wie ein Stromausfall bei 'ner Quizshow." ("Der Beste") "Ich nehm' sie dann, aber nur fiktiv / Verstehste? Fick tief (Haha), denn ich bin Mitglied / Verstehste? Mit Glied (Haha)." ("11 Minuten") "Das hier ist alles nicht echt (Echt) / Elon Musk hatte Recht! (Recht) / Was ein Glück für seinen Sohn, dessen Name sich von niemand aussprechen lässt (Echt?)." ("Realität") "Ich schreib' diesen Text in meinen Kopf (Woah) / Es war beeindruckend, dafür klingt er wie Schrott (Oh)." ("Yolo") "Ich habe keine Moral, ja / Ich hab' ein'n Major-Vertrag, ja / Ich lass' mir gerne diktieren, wie ich zu klingen habe, ich komm vom Theater / Fällt mir kein dummer Witz ein über deine Mutter, red' ich irgendeinen Müll und pitch' die Stimme einfach runter (Ha)." ("Künstlerische Differenzen")

Ich habe noch nie so oft in einem Hip Hop-Album an den YouTube-Clip denken müssen, in dem sie die Laugh-Tracks aus "The Big Bang Theory" geschnitten haben. Aber wer weiß, vielleicht hätte ein bisschen Lachen aus der Dose dieser Platte ja sogar gut getan? Geschenkt, dass zwischendurch auch mal eine solide Line dabei ist. Die Menge an uninspirierten Verses und belanglos zusammen gebullshiteten Songs ist zu groß für ein Album, das sonst absolut keine Hook hat. Wofür soll man das denn sonst hören? Für die Flows und die Beats?

Hier hält Fatoni weiterhin vehement seine nervigste Eigenschaft hoch, das Beharren auf extrem mediokeren Trap-Beats, die er mit ironischen™ Flows bespielt. Produktionen von Enaka oder Dexter hätten sogar Flavour entfalten können, aber der konstant witzelnde Ton mit den sperrigen, immer gedoppelten Vocals lässt quasi über die ganze Platte nicht einen Hauch von Atmosphäre aufkommen.

Das Allerschlimmste: die Hooks. Nirgends zeigt sich die Holzhammer-Produktion mehr. So viele Refrains auf dieser Platte bestehen aus hirn-schmelzend nerviger Wiederholung des Songtitels ohne Groove oder Melodie. So oft wählen sie den Weg des geringsten Widerstands, niemand kann in diese Hooks mehr als drei Minuten Nachdenken investiert haben. Die Logik scheint: Wenn man es besoffen, live und sehr laut hört, wird es schon irgendwie passen. Aber es passt nicht. Die kolossale Wackness dieser Refrains rettet auch nicht irgendeine Form von Ironie davor, auditiv eine komplette Zumutung zu sein.

Einen kleinen Wermutstropfen findet man höchstens gegen Ende, wenn das Doppel aus "Yolo" und "Das Leben Ist Dumm" das erste Mal etwas die Witze beiseite schiebt und ein bisschen durchblicken lässt, was wirklich in den beiden vor sich geht. Unsicherheiten, Unzufriedenheit, da steckt eine ganze Menge Bitterkeit in diesen Songs, die davor nur unangenehm im Subtext gebrodelt hat. Aber hier wird explizit gejammert, über Erfolg, der sich nicht wie gewünscht einstellt, über Fans, die insgeheim nerven, über Unwissen, was das Leben noch so bringen soll, und kurz fühlen sie sich wie reale Charaktere an, die etwas zu erzählen haben. Vielleicht wäre dieses "Delirium" tatsächlich interessant gewesen, aber die konstant erzwungene Schicht von banalster Ironie knüppelt diesen Tiefgang von vornherein tot.

Die Ideen und Ansätze existieren irgendwo, sie kommen nur völlig zu kurz. Besonders irritierend wirkt das spektakuläre, von Mine übernommene Ende von "Das Leben Ist Dumm". Auf einmal gibt es Blechbläser, geschmackvoller gelayerte Vocals, einen eingängigen Pop-Chorus (mit nicht einmal so schlechten Vocals von Fatoni), und für vierzig Sekunden gaslightet das Album einen zu der Annahme, hier steckten wirklich musikalische Ambition und ein paar Hintergedanken drin. Danach kommt aber mit "Künstlerische Differenzen" nur der nächste Lachi-Lachi-Pseudo-Trap-Scheißsong, und man erinnert sich, dass es auf diesem Album musikalisch kaum ambitionierter als auf dem handelsüblichen Moneyboy-Mixtape zuging. Es lagen halt irgendwelche Beats herum und man hat irgendwelche Parts darauf zusammengekratzt.

Jesus Christus, zu sagen, dass dieses Album enttäuscht, würde es noch in Watte packen. Es wirkt es wie ein halbherziges, nicht durchdachtes Machwerk, auf dem beide Protagonisten konstant darauf warten, dass der andere den Wagen anschiebt. Aber der Wagen steckt im Dreck, von vorne bis hinten. Dieses Album, das eigentlich nichts bieten will als Witz, ist leider so lieblos und unwitzig, man könnte einen Lil Dicky darauf packen und es würde kein bisschen stören. Man fragt sich regelrecht, ob Fatoni und Edgar diese Art Musik überhaupt mögen, die sie da die ganze Zeit mit ironischer Distanz produzieren. Wer weiß? "Delirium" weiß es jedenfalls nicht.

Trackliste

  1. 1. Ratatatatatatata
  2. 2. Alle 11 Minuten
  3. 3. Homie Du Weißt
  4. 4. Der Beste
  5. 5. Newcomer Des Jahres
  6. 6. Freierssohn
  7. 7. Danke Für Dein Feedback
  8. 8. So High
  9. 9. Realität
  10. 10. YOLO
  11. 11. Das Leben Ist Dumm
  12. 12. Künstlerische Differenzen

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17 Kommentare mit 52 Antworten

  • Vor einem Jahr

    Gut, für mich ist "mediokrer Trapbeat" ein Pleonasmus, aber bitte ;)

    Den Rest kann man wahrscheinlich so unterschreiben. Bei K Pop bitte nächstes Mal genauso kritisch :*

    • Vor einem Jahr

      Du gibst dir auch immer wirklich größtmögliche Mühe, immer maximal gestrig zu wirken. :lol:

    • Vor einem Jahr

      nur mal kurz tangent weil das argument ja n paar mal kam schon, mit dem kpop isses für mich so, dass ich halt reviews mach, wenn ich n release für bemerkenswert gut halte. Es kommt super viel schlechter und mittelmäßiger K Pop raus, offensichtlich. aber ich seh halt nicht, auf der plattform drüber zu sprechen (wenns jetzt nich bts blackpink oder so sind, dass es bis hier rüberschwappt), nur um drauf zu scheißen. Ich denk, sachen zu rezensieren, die hier keiner kennt, lohnt sich vor allem dann, wenn ichs wirklich cool find. Ist ja auch mit Trap und Indie sachen so. Da muss ich ja auch nix aus der Obskurität zerren, nur um gehässig zu sein

    • Vor einem Jahr

      Dieser Kommentar wurde vor einem Jahr durch den Autor entfernt.

    • Vor einem Jahr

      Hai: Den Reflex wollt ich ja nur triggern ;) Gestrig wirken find ich aber auch nicht ehrrührig mit Ende 30. Konträr fänd ich eher peinlich, mir alles Zeitgeistige "auf Deibel komm raus" schönhören zu wollen. Auch das gibt es. Dennoch war das selbstredend nicht ganz ernst gemeint. Ich höre natürlich qualitative Unterschiede. Richtig gezündet hat allerdings wirklich noch nix. Tipps?

      @Yannik: Muss den Eindruck zur Musik ja nicht teilen und tue dies auch ehrlicherweise kein Stück, den Ansatz find ich allerdings wiederum honorabel, wenn's denn wirklich kein Kalkül ist.

    • Vor einem Jahr

      ich mein hey, ich seh ja, dass es echt schwer ist, sich auf die mukke einzulassen und versteh jeden, dem das überhaupt nichts gibt. Ich hab selbst trotz viel längerer exposure erst n paar jahre später mit dem kram geklickt. Ich war 2015 schon in korean studies eingeschrieben, meine freundin übersetzt beruflich aus dem koreanischen, ich hab trotzdem erst so richtig 2017 angefangen, das genre privat zu hören. Die paar K-Pop-Geschichten die ich hier mach sind ja auch keine Klickgranaten oder so, die Twitter-Kids wirste auch mit mehr Lobhudeln nicht auf die Seite bekommen. Mein Kalkül ist echt einfach nur, dass ich halt ne ganze Weile schon die Musik mag und Leuten zumindest n Argument dafür dalassen möchte, was man daran interessant finden kann. Ich weiß nicht, ich find das immer cool, wenn ich Artikel find, die erklären, was Leute in Musik sehen, die ich nich mag. Heißt ja nich, dass ichs plötzlich auch geil finden muss

    • Vor einem Jahr

      sorry fürs abschweifen lol, dachte ich erklär mich mal zu dem thema wenns irgendwo aufploppt

    • Vor einem Jahr

      Props dafür. So ganz ohne Erklärung wirkte es zuletzt wie Kalkül der Redaktion, ein paar K-Pop-Fans auf die Seite zu ziehen, bzw. Klicks zu generieren, wenn wir uns hier über diese peinliche 90er-Trashmucke auslassen. Hauptlektion aus der Hip-Hop-Sparte der Seite ist ja, daß man mit Müll die meiste Aufmerksamkeit generiert. Zumindest weiß ich jetzt, daß es Dein Geschmack ist und wir hier nicht bewußt getrollt werden.

    • Vor einem Jahr

      Einer meiner besten Kumpel wohnt mittlerweile in Japan und wollte mich früher mit asiatischem Rap etc missionieren, hat natürlich nicht geklappt, schon der Sprachbarriere wegen. Hat man einen Bezug, kann ich das Faible verstehen und definitiv Props für deine Ausführungen hier, allerdings ist ja ebenso legitim, wie du schon sagst, dass es für das Gros hier generische Popmusik bleibt ;)

    • Vor einem Jahr

      Gebacki spricht wahr, yo. Thread kann dann jetzt auch zu.

  • Vor einem Jahr

    Raus mit die Viecha!

    0/5 für diesen unlustigen Schrott von diesen zwei Opfern! Fatoni sollte zusammen mit Patrick dem Rübenbauer seine "Karriere" beenden, wirklich unerträglich der Typ...

  • Vor einem Jahr

    "Tourettesyndrom EP" und "Yo Picasso" waren echt stark...Alles danach voll daneben. Schade.

  • Vor einem Jahr

    Ich wusste gar nicht, dass manche Leute Fatoni nicht mögen. Kann ich schon verstehen, sehe ich aber komplett anders

  • Vor 7 Monaten

    Dieser Kommentar wurde vor 7 Monaten durch den Autor entfernt.

  • Vor 7 Monaten

    Yannik Gölz ist ein neidverbissener Versager der unter dem Namen „10faced“ Musik macht, die so unterirdisch ist, dass ich mich als laut.de Kollege schämen würde dass er für diese Plattform schreiben darf. Er erfüllt in jeder Hinsicht das Klischee eines talentfreien Dauerstudenten, der sich für einen Künstler hält und seine Unzufriedenheit darüber dass er diese Meinung exklusiv hat auf echte Künstler projektiert. Das so ein Verlierer so ein Pamphlet des Neids über diese (früher mal relevante) Seite veröffentlichen darf, ist ein Armutszeugnis. Yannik Gölz zitiert Zeilen von Edgar Wasser aus „danke für dein Feedback“, die als Beweis dafür herhalten sollen dass er nichts mehr zu sagen hat, ein Song in dem Edgar in mehreren Zeilen über Rassismuserfharungen spricht die er als Asiate in Deutschland gemacht hat. Yannik Gölz, der weiße Junge aus dem Schwabenland, der mit 16 Abitur gemacht hat um anschließend Literaturwissenschaften in Tübingen zu studieren, entscheidet sich aber für andere Zeilen aus dem Lied um seinen Punkt zu untermauern.
    Mir ist klar dass hier versucht wird wieder relevant zu werden in dem man zwei Kings ihres Genres diffamiert in der Hoffnung die Fans oder sogar Journalisten Kollegen zu triggern. Und ja das hat bei mir bestens funktioniert.
    Vielleicht sollte sich Yannik doch lieber selbst für eine Karriere als Musiker entscheiden. Schließlich ging er in Baden-Württemberg fast schon mal viral mit seinem Lied „Boris Palmer, Baby!“, ja tatsächlich das ist kommunalpolitischer Rap mit echter Aussage und flows. Aber bildet euch gerne selbst eine Meinung darüber wer 2021 alles so Verrisse für laut.de schreiben darf…
    https://youtu.be/Tjuz4WCr-k0

    • Vor 7 Monaten

      Irgendwelchen Redakteuren, die man nicht leiden kann, hinterher zu googlestalken ist wirklich die Spitze der Erbärmlichkeit.

    • Vor 7 Monaten

      Wenn ich nach "Yannik Gölz" google, kommt als erstes Ergebnis irgendwas mit einen Journalismus-Preis. Ich frage mich, warum diese Info in der lustigen Kurzbiografie oben weggelassen wurde, wo ich mir doch "selbst eine Meinung bilden soll".

    • Vor 7 Monaten

      darling, ich bewundere den effort, mich so gründlich zu recherchieren und freu mich, dass du meine musik ausgecheckt hast. Wenn du die verreißen willst, feel free, ich fänd das ja lustig. Aber weder meine Herkunft, Alter, Studiengang oder meine Musik ändert doch irgendwas an der Meinung, die ich geäußert habe? Ich fand das Album stumpf und langweilig, aus oben aufgeschriebenen Gründen, du fandest es geil, und das ja auch cool. Ich freu mich, dass du Spaß damit hast. Aber es ist ne Review, in ner Review schreib ich dir mein subjektives Erleben von nem Album auf. Das ist die Textform. Ich schreib super viele Texte, in denen ich bis ins Absurde über Musik fanboy, unter anderem auch über deutsche RapperInnen. Das hier war halt keiner davon, weil ich das Album nicht mochte. Und zwei Dudes wie Edgar und Toni, die doch selbst austeilen können und wirklich nicht zu wenig Lob bekommen, werden doch mal mit etwas kritik klarkommen. Wenn dus ungerecht findest, dann schreib eine glühende Verteidigung des Albums. Fände cool, deine Perspektive zu hören. Darf ich dir noch weitere Grundlagen der Medienverständnis erklären?

    • Vor 7 Monaten

      Aber Yannik, hör doch mal auf zu projektieren!

    • Vor 7 Monaten

      Versteh mich nicht falsch Yannik. Gegen einen gut geschriebenen Verriss habe ich überhaupt nichts, es kann Spaß machen sowas zu lesen. Bei deinem Text über Delirium bekommt man allerdings den Eindruck dass es da um mehr geht als um deine Meinung zu der Platte. Hier sind ja auch andere Kommentatoren zu finden die sich fragen ob es da um was persönliches geht.
      Du zielst in deinem Text ganz bewusst unter die Gürtellinie, dein Vergleich mit Mario Barth bspw. ist schlichtweg böswillig. Das Edgar Wasser und fatoni vermutlich zwei der ersten „Prominenten“ in Deutschland waren, die zu Beginn der 10er Jahre immer wieder Kritik an Mario Barths sexistischen Inhalten geäußert haben ist hier sicher kein Zufall und zeigt deine Polemik ganz gut.
      Deiner These, deine Herkunft oder auch deine Musik hätten nichts damit zu tun wie du diese Platte bewertest muss ich widersprechen, natürlich ist auch hier der Kontext wichtig und v.a. Interessant.
      Dass du als Deutscher, weißer, Student der Literaturwissenschaften an der Uni Tübingen Zeilen über rassistische Alltagserlebnisse eines in deutschland lebenden Asiaten bewusst weglässt aber aus dem selben Lied Trivialitäten zitierst um dann zu dem Schluss zu kommen der Künstler hätte nichts mehr zu sagen, lässt eine Agenda zumindest vermuten.
      Auch ich hatte beim lesen den Eindruck dass es hier um was persönliches geht, ich meine das nicht so Platt wie „Edgar hatte was mit deiner Freundin“ aber natürlich ist der Fakt dass du dich als Rapper versuchst hier auch nicht uninteressant. Du schreibst das Album sei „schlecht“, ich möchte hier jetzt nicht die so alte wie mühsame Debatte um Handwerk vs. Geschmack aufmachen, aber es birgt natürlich einer gewissen Ironie dass ausgerechnet du sowas schreibst. Deine Musik ist zurecht völlig unerfolgreich, ich hab mir das wirklich angehört vorhin und muss sagen es hat was faszinierendes. Du rappst technisch, was Flow, Rhythmusgefühl und nicht zuletzt Stimmeinsatz angeht so dermaßen unterdurchschnittlich schlecht wie man das aus den Neunziger und den frühen nullerjahren kennt. Das gibt es ja eigentlich gar nicht mehr, die Diskussion um Raptechnik
      Ist ja allein schon deshalb so unpopulär geworden, weil wirklich jeder weiß wie man rappt. Meine Güte selbst Money Boy versteht sein Handwerk nach fast 20 Jahren so einigermaßen. Du allerdings beherrschst nicht einmal das kleine ein mal eins. Diese kuriose Tatsache lässt natürlich den Schluss zu dass du nicht ganz frei von Neid bist auf „zwei Dudes wie Edgar und Toni, die … nicht zu wenig Lob bekommen“ und die de facto zwei handwerklich sehr gute Rapper sind.
      Leider ist im Hause laut.de schon seit ein paar Jahren ein Trend zu beobachten den ich einfach mal als objektive cringe bezeichnen möchte. Es tauchen mehr und mehr Verrisse auf, die sich in der Tonalität und im Inhalt immer öfter und härter gegen die Personen hinter der Musik richten als das es wirklich um Geschmack ginge. Hier mal ein Beispiel von einer unverschämten Kritik, in der der Sexismus gegenüber der Frontfrau direkt in der verfickten Überschrift zu finden ist. https://www.laut.de/Grossstadtgefluester/A…
      Ich frage mich ganz ehrlich wenn ich sowas lese, worum es euch hier geht? Schon klar, ihr wollt das was alle im Internet wollen, ihr lechzt nach Aufmerksamkeit. Allerdings kann mir doch wirklich niemand, der noch ganz bei Trost ist erzählen, dass hier die krasse Kränkung der Künstler*innen nicht auch ein Ziel gewesen ist.
      Dass ihr die schlechten Kritiken dann Ende des Jahres nochmal gebündelt unter „die schlimmsten Alben des Jahres“ veröffentlich und Euch allen Ernstes nicht zu schade für so einen „man muss für das nächste Album immer weiterklicken - clickbait Artikel“ seid, kommt einer Bankrotterklärung gleich. Wer seid ihr? „Heftig.co“?
      Ich weiß ja dass es in der heutigen Zeit nicht leicht ist Musikjournalismus zu machen. Aber Bruder, wirklich so? Da doch lieber einfach gar nicht.
      Du beschwerst dich in deiner Kritik über die „Schläge auf die Feindbilder von vorgestern“. Junge, du hast hier allen Ernstes höchstselbst einen Verriss über die gottverdammten AMIGOS geschrieben, auch für fucking MAX „Menschen leben tanzen Welt, das Thema hat Jan Böhmermann 2017 ein für alle mal erledigt“ GIESINGER bist du dir nicht zu schade gewesen. Da stellt sich mir doch die Frage: wem machst du was vor Yannik? Bist du wirklich dafür angetreten Musikjournalist zu werden? Geh doch nochmal in dich und denk erst einmal wirklich darüber nach bevor du hier antwortest.

    • Vor 7 Monaten

      TL;DR: ich bin ein butthurt fankid und werde persönlich, wenn jemand findet, dass meine Idole Edgar und Anton nicht für gut befunden werden.

    • Vor 7 Monaten

      Dieser Kommentar wurde vor 7 Monaten durch den Autor entfernt.

    • Vor 7 Monaten

      Als du dich über einen offensichtlich von Autokorrektur verschuldeten Rechtschreibfehler lustig gemacht hast, habe ich schon vermutet dass du besonders starke Argumente mit in die Diskussion bringen wirst. Ich schätze du bist Teil der Redaktion….?

    • Vor 7 Monaten

      Okay, ich verstehe. Ich will durch Provokation Aufmerksamkeit, ich bin insgeheim neidisch und Rassist bin ich auch noch. Dass mir das Album einfach nicht gefallen hat, das kann nämlich nicht sein. Ja, edgar rappt auf dem einen Song zwei Lines über rassistische Erfahrung und das ist cool, macht die anderen Lines auf dem Song und das Dutzend andere Songs auf dem Album nicht weniger langweilig. Honey, es ist n Album von zwei punchline-orientierten Rappern, auf dem die punchlines in meinen Augen nicht gesessen haben. Its not that deep? Ich hab beide in den letzten sechsten Monaten ja auch gefeiert, ich fand Edgars Verschwörungstheorie Song super lustig und die letzte fatoni Single hab ich auch positiv besprochen. Warum willst du mir denn so auf biegen und brechen irgendwelche finsteren Motive unterschieben? Ich fand das album nicht gut und thats it? Du kannst da jetzt noch so viel absurde Psychoanalyse zu mir fantasieren, ich finds n bisschen befremdlich aber auch lustig. Ja, ich mach manchmal Rap mit Freunden und dieser bescheuerte Boris Palmer Song ist irgendwie in der presse gelandet. Ich weiß dass der suckt, aber ich hab richtig gute Erinnerungen an das Video und die Zeit generell, deswegen hab ich’s nie runter genommen. Darling, glaub mir dass ich nie Ambitionen als Rapper hatte lmfao. Dürfte man deiner Meinung auch keine Fußballspiele analysieren, wenn man selbst gern auf nen Bolzplatz steht. Und selbst wenn all deine bescheuerten ad hominems stimmen würde und ich tatsächlich ein neidzerfressener gescheiterter wannabe-Rapper wäre, der mit Provokation auffallen möchte, inwiefern entkräftet das meine Kritik am Album? I just didnt enjoy it very much. Aber ich hoffe trotzdem, dass ihr nächstes Projekt mir wieder besser gefällt, weil grundsätzlich find ich die beiden überhaupt nicht scheiße. Oder findest du, dass dieses Album top Performance für die beiden darstellt?

    • Vor 7 Monaten

      Sorry für weirde schreibe hab das am Handy im Zug getippt und mir war davor schon bisschen schlecht. Jetzt lassen wir das hier aber auch mal wieder ruhen

    • Vor 7 Monaten

      "Als du dich über einen offensichtlich von Autokorrektur verschuldeten Rechtschreibfehler lustig gemacht hast, habe ich schon vermutet dass du besonders starke Argumente mit in die Diskussion bringen wirst. Ich schätze du bist Teil der Redaktion….?"

      Ne, ich bin Stammleser in ynk-Hater seit Tag eins. Gibt viele Kommentare, in denen ich mich über seinen furchtbaren Geschmack, sein zwischen ekstatisch exaltiert und grenzdebil jovial switchendes pengame und seinen total unnecessary Hang zu Anglizismen lustig mache.

      Bei aller Antiliebe ist aber ziemlich klar, dass er hier in der Sache Recht hat und du nix als herbeifantasierte Neidvorwürfe am Start hast. Mach deinen Götzendienst woanders, Edgar nimmt dich womöglich als Haussklaven.