Die großen Raplager rotieren weiter durch: Erst geht Hengzt zu Maskulin, jetzt kommt Baba Saad wieder zu EGJ.

Berlin (ynk) - Wie kriegt Bushido es jetzt auf die Kette, noch kredibil zu schockieren? Die Antwort: Gar nicht. So sehr sie es auch versuchen, das Promo-Gedisse auf der neuen Animus-Single "EGJ" lockt keinen Hund hinter dem Ofen hervor. Trotzdem dürfte diese Comeback-Ankündigung wohl einen der prominentesten Momente aller beteiligten Rapper seit einer ganzen Weile darstellen: Mit dem Schulterschluss von Animus, Bushido und einem frisch zurückgeholten Baba Saad sieht ihr Camp das erste Mal seit dem Weggang von Capital Bra wieder funktionsfähig aus.

So ganz hat die Magie sich aber doch noch nicht verflüssigt, wenn man Bushido auf diese Art Instrumental packt. Frisch aus der "Nie Ein Rapper"-Samplekiste und mit einem sehr kompetent konstruierten Text macht die Musik der drei hier tatsächlich mal wieder beinahe Spaß. Die Atmosphäre ist dicht, die Vocals crisp und die Ausstrahlung macht, was sie soll. Ob das reicht, um "EGJ" erfolgreich zum Flagschiff einer neuen Ära werden zu lassen, muss sich trotzdem erstmal zeigen.

Erkennt man nämlich die handwerkliche Stabilität der Nummer an, bleibt trotzdem nicht viel übrig, an dem man knabbern könnte. Der Text, so solide gereimt er auch sein mag, zeugt nicht gerade von viel Redebedarf. Ein bisschen leere Floskeln, ein bisschen Gepose, selbst die Promo-Disses wirken abgestanden und unbeholfen. Bushido sagt, jeder sei ein "Hurensohn" und auf dem nächsten Album würden alle gedisst (ein Konzept, das ihn nun seit einem Jahrzehnt begleitet und seine Sternstunde wohl darin fand, als er auf "Sonny Black" das YouTube-Comedy-Trio YTitty beleidigte). Animus nennt Fler spezifisch einen "Hurensohn" (ein gewagter Hot Take) und Saad beschimpft seinen ehemaligen Produzenten 2Bough als einen "Bastard".

Abgesehen davon, dass all diese Beleidigungen ein bisschen müde und lustlos von der Checklist abgehakt klingen, wendet sich ebenjener Produzent nun an das Internet, um zu erinnern, dass all diese Männer und insbesondere Saad vielleicht nicht gerade andere beschimpfen sollten: Er spricht über das zerrüttete Verhältnis des Rappers zu seinen Ex-Signings EstA, Punch Arogunz und Twizzy - und teilt haarsträubende Anekdoten. Dass gerade Bushido und Baba Saad keine lupenreinen Musterbürger sind, weiß aber inzwischen jeder und ist wohl genauso Teil des Produkts wie die minimalistischen Flows und die staubigen Beats. Sich heute noch von alledem schockieren zu lassen, das muss auch ein Stück Nostalgie sein.

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Bushido

Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Bushido,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig)

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