Wenn sich der Star quer stellt, läuft die Fantasie schon mal heiß, um die Nachfrage der Kundschaft zu bedienen.

Hamburg (dol) - Nachdem Helene Fischer Ende letzten Jahres eine Tochter zur Welt gebracht hat, reißt sich die Journaille um jeden Informationsfitzel aus ihrem Hause. Da sich Sängerin im Umgang mit dem Boulevard jedoch seit jeher wenig kooperationsbereit zeigt, läuft die Fantasie besagter Publikationen heiß. So entstehen die ersehnten Fotos der Neugeborenen kurzerhand an den redaktionellen Rechnern. Der Blog "Topf voll Gold", der regelmäßig für die Plattform Übermedien in die Niederungen der Yellow Press hinabsteigt, hat nun ein Worst-of auf Twitter zusammengestellt.

Anfang Janaur hatte die Bild als erstes Medium über die Geburt von Fischers Tochter berichtet. "Exklusiv aus dem engsten Familienumfeld" habe sie die frohe Botschaft vernommen. Trotz überschaubarem Informationsgehalt spekulierte die Redakteurin in biologistischer Manier: "Ein Hit, so viel steht fest, ist die Mini-Helene schon jetzt - bei diesen Wahnsinns-Genen!" Dazu schmückte die Boulevardzeitung ihren Artikel mit einem unheimlichen Baby-Bild, dessen Unterschrift die aufmerksamen Leserinnen und Leser wissen lässt: "Mit Augenzwinkern: So sieht der BILD-Zeichner die Mini-Helene - ein süßer Mix aus Mama und Papa."

Fake-Fotos und Fan-Fiction in der Klatschpresse

Traditionell noch ungenierter geht die Yellow Press vor. Die Woche Heute verbindet Bilder des Babys mit der Frage: "Sieht das süße Mädchen der Sängerin so aus, wie auf diesen Computer-Fotos?" Skrupelos behandelt auch die Freizeitwoche das Thema. In großen Lettern lockt sie die unbedarfte Leserschaft an: "Die ersten Fotos vom Baby-Glück" Neben einem Einzelbild des Neugeborenen ("Sieht so die Mini-Helene aus?") liefert die Redaktion gleich noch ein Foto der selig lächelnden Helene Fischer, die ihr vermeintliches Baby in den Armen wiegt. "So wie auf dieser Montage könnte der neue Baby-Alltag der Sängerin aussehen", lässt sich dem Kleingedruckten entnehmen.

Die Sängerin lässt die Freizeitwoche auch das imaginäre Kinderzimmer betreten. "So wächst ihr Mädchen auf", trumpft die Überschrift auf, um sich in der Unterschrift erneut fragend abzusichern: "Ob es im Kinderzimmer so aussieht wie auf diesem Symbol-Foto?" Auch sonst hält das Blatt jede Menge Fan-Fiction parat: "Zärtlich wiegt sie das kleine Bündel in ihren Armen, streichelt über die weiche Haut und atmet den lieblichen Babygeruch ein." Die zumeist grenzwertige Berichterstattung der Klatschpresse veranlasste Jan Böhmermann im letzten Frühjahr zu einem längeren Segment.

"Ich versuche, mein Privatleben zu schützen, aber die Presse überschreitet oft die Grenzen", gab Helene Fischer zuletzt im November in der Zeit zu Protokoll. Besonders enttäuscht sei sie darüber, dass jemand aus ihrem engsten Umfeld Informationen zu der Trennung von Florian Silbereisen und ihrer Schwangerschaft durchgestochen haben muss. Wenn "Journalistinnen und Journalisten in Interviews in meinem Privatleben rumbohren wollen, ist das für mich schon immer ein No-Go gewesen. Mein Privatleben ist mein einziger Rückzugsort, mein einziger Schutz."

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