Gleich zwei seiner Singles befinden sich in den Top Ten der Spotify-Charts des Königreichs.

Riad (dol) - Es liegt auf der Hand, dass Lil Nas X' geschickt vermarktete Ohrwürmer über zumeist queere Themen reißenden Absatz finden. Weniger selbstverständlich erscheint dagegen sein Erfolg in einem Staat wie Saudi-Arabien. Dort stehen drakonische Strafen auf homosexuelle Handlungen, die von Peitschenhieben bis Hinrichtungen reichen. Eine eigens dafür eingerichtete Religionspolizei, das "Komitee für die Verbreitung von Tugendhaftigkeit und Verhinderung von Lastern", überwacht die Einhaltung des geltenden Rechts.

Ein nackter Tanz in der Gefängnisdusche wie in "Industry Baby" dürfte den Behörden demnach ebenso ein Dorn im Auge sein wie sein Poledance für den Beelzebub in "Montero (Call Me By Your Name)". Dennoch befinden sich beide Songs in den Top Ten der Spotify-Charts von Saudi-Arabien. Über Twitter schickte Lil Nas X diese Woche Grußworte an seine saudische Anhängerschaft.

Lil Nas X ist nicht der einzige Vertreter westlicher Musik in der Hitliste. Kid Laroi und Justin Bieber belegen zurzeit mit "Stay" die Spitzenposition, gefolgt von Måneskins Version von "Beggin'". Mit "Need To Know", "Woman" und "Kiss Me More" befinden sich zudem gleich drei Songs aus Doja Cats Album "Planet Her" unter den 15 Top-Platzierungen.

Obwohl der islamisch-konservative Staat Musik im Allgemeinen immer wieder kritisch beäugt, ist Spotify seit November 2018 dort und in zwölf weiteren arabischen Ländern verfügbar. Damals verwies der Unternehmensmanager Claudius Boller auf die junge Bevölkerung und die hohe Dichte an Smartphones, die vor allem in Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Ägypten und Marokko das Wachstum befeuern sollen.

Bereits im April hat sich Lil Nas X über eine Platzierung in Saudi-Arabien gefreut, nachdem er mit "Monetero (Call Me By Your Name)" die Spitzenposition auf Apple Music erklommen hatte.

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1 Kommentar mit 13 Antworten

  • Vor einem Jahr

    "Major Labels formen Schleifen und lackieren Rapper Pink"

    • Vor einem Jahr

      Lil Nas X war schon schwul, als er noch bei Soundcloud nicht gesigned Musik veröffentlicht hat.

    • Vor einem Jahr

      Das ist nicht der Punkt des Zitats - er ist ein Gimmick-Rapper, der seine Musik nur durch seine Identität verkauft.

    • Vor einem Jahr

      Er hat sich geoutet, als er auf Platz 1 der US-Charts war, iwie also... Nein.

    • Vor einem Jahr

      Ich spiele mal eins deiner Lieblingsspielchen - Ich schrieb "ist", nicht "war".

    • Vor einem Jahr

      Die Wahrheit wird irgendwo in der Mitte sein. Daß Lil Nas X nicht gerade der typische Hetenrapper ist, war lyrisch schon in "Old Town Road" hörbar. Das Outing hat dann nur die Langsamsten überrascht. Musik stand bei ihm als TikTok-Persönlichkeit noch nie im Vordergrund als vielmehr der Versuch, eine Minaj-mäßige Kunstfigur zu sein. Ist gut möglich, daß er sich irgendwo tatsächlich als Musiker begreift.

      Aber es ist auch zweifelsfrei klar, daß ohne seine zur Kunstfigur gehörende Sexualität vermutlich kaum ein Pop- oder Hip-Hop-Hörer ihm mehr als kurzfristige Beachtung geben würde. Wird mir wahrscheinlich wieder als Diss ausgelegt. Aber so eine zur Zeit einzigartige Figur zu erschaffen, kriegt halt auch nicht jeder hin.

    • Vor einem Jahr

      "Ich spiele mal eins deiner Lieblingsspielchen - Ich schrieb "ist", nicht "war"."

      Ich habe dich nicht falsch zitiert, also spielst du nicht mein Lieblingsspielchen sondern dein Lieblingsspielchen. Wenn du sagst, dass er "seine Musik nur durch seine Identität verkauft" dann schließt das zwangsläufig auch die Vergangenheit mit ein. Fakt ist, er ist keine industry plant, und dagegen zielte die KKS-Zeile von damals eindeutig. Im wurde nicht ein falsches Image übergestülpt, er maskiert sich nicht, wird nicht maskiert. Von daher, Thema verfehlt...

    • Vor einem Jahr

      Natürlich maskiert er sich, Caps. Ist das ABC einer Künstlerpersönlichkeit. Seine letzten Musikvideos waren nun wirklich nicht dokumentarisch, sondern stilisiert as fuck. Und wie er Reaktionen hervorruft, weiß er offensichtlich bestens.

    • Vor einem Jahr

      Ja, das hätte ich nicht schreiben sollen. Meine sein Image und seine Kündtlerpersona sind nicht fremdbestimmt von irgend einem A&R

    • Vor einem Jahr

      Jepp, das ist vollkommen richtig.

    • Vor einem Jahr

      "Rapper, der seine Musik nur durch seine Identität verkauft"
      Also wie jeder andere Rapper auch?? Als ob jemand Cardi B hören würde wenn sie nicht ein volltittiges Luder wäre, oder die ganzen Deutsch-Rapper mit die sich aus ihrer Vorstadt-Idylle als Ghetto-Gangster inszenieren.

    • Vor einem Jahr

      @blindluck - wer sagt, dass Cardi B und die von dir erwähnten Personen nicht genauso wack sind? Sie sind es nämlich.

    • Vor einem Jahr

      Ich zähle hier eigentlich nur einen Wacklurch.

    • Vor einem Jahr

      @ Gleep Glorp - ich Stimme mit dir überein, wir sollten nicht zu sehr Off Topic gehen und uns auf Lil Nas X konzentrieren.