Der Wunderwuzzi des Prog präsentiert die erste Single aus dem im Juni erscheinenden Album "The Future Bites".

(alc) - Auf der Website The Future Bites lief seit letzter Woche ein Countdown runter, der Ominöses ankündigte. So richtig die Füße still halten kann Steven Wilson ja nicht, und so wundert es kaum, dass er jetzt mit "Personal Shoppers" den ersten Track aus seinem kommenden Album "The Future Bites" präsentiert.

Die große Frage für Fans war, in welche Richtung sich Wilson nun orientiert, denn mit dem letzten Album "To The Bone" bewegte sich der Multiinstrumentalist in poppige Gefilde. Elektronisch kommt der Track daher, in einigen Passagen fast schon technoid. Aber keine Bange, es gibt genug Elemente in dem über neunminütigen Stück, mit denen sich auch langjährige Fans anfreunden können.

"Während er sich auf 'To The Bone' mit den Problemen von Post-Wahrheiten und Fake News auseinandersetzte, nimmt Wilson die Hörerinnen und Hörer auf 'The Future Bites' mit in eine Welt der Süchte des 21. Jahrhunderts. Es ist ein Ort, an dem beständig und ganz öffentlich mit den Auswirkungen aufkommender Technologien auf unser Leben experimentiert wird. Trotz Themen wie außer Kontrolle geratener Kaufsucht, manipulativer sozialer Medien oder dem Verlust von Individualität ist 'The Future Bites' weniger die dunkle Vision einer heraufziehenden Dystopie als vielmehr eine neugierige Analyse der Zustände im Hier und Jetzt."

So weit die Pressemitteilung über das Album. Dass Wilson sich in der Betrachtung des Jetzt-Zustandes nicht ausnimmt, machen auch die Spoken Word-Parts deutlich, in denen unter anderem von "Deluxe Edition Box-Sets" die Rede ist. Wilson selbst hat die Verpackung seiner Kunst fast zur Vollendung geführt und meint bei dieser Betrachtung ganz sicher auch sich selbst. Fun Fact: Für sein erstes Solo-Album "Insurgentes" werden momentan in der Deluxe-Edition auf Discogs bis zu 1.000 Euro aufgerufen ...

"The Future Bites" erscheint am 12. Juni ... in diversen Formaten und Boxen.

Fotos

Steven Wilson

Steven Wilson,  | © laut.de (Fotograf: Manuel Berger) Steven Wilson,  | © laut.de (Fotograf: Manuel Berger) Steven Wilson,  | © laut.de (Fotograf: Manuel Berger) Steven Wilson,  | © laut.de (Fotograf: Manuel Berger) Steven Wilson,  | © laut.de (Fotograf: Manuel Berger) Steven Wilson,  | © laut.de (Fotograf: Manuel Berger) Steven Wilson,  | © laut.de (Fotograf: Manuel Berger) Steven Wilson,  | © laut.de (Fotograf: Manuel Berger)

Weiterlesen

laut.de-Porträt Steven Wilson

Das Jahr 1967 ist nicht nur die Geburtsstunde des Beatles-Jahrhundertalbums "St. Peppers Lonely Hearts Club Band" oder von Jimi Hendrix' Gitarren-Lehrstunde …

9 Kommentare mit 7 Antworten

  • Vor 2 Jahren

    Subtil war der Typ ja nie, aber seine plakativen Konzepte und Lyrics gehen mir mittlerweile nur noch auf'n Keks.

    • Vor 2 Jahren

      "SELL IT ON THEN BUY IT BACK
      BUY THE SHIT YOU NEVER KNEW YOU LACKED
      BUY THE UPDATE TO COMPETE
      BUY THE THINGS THAT MAKE YOUR LIFE COMPLETE"
      -Tyler Durden, 1999.

    • Vor 2 Jahren

      https://www.youtube.com/watch?v=GwfGi_Qomc8
      https://www.youtube.com/watch?v=Dzkm2lvdup4

      Auf den Keks find ich ganz schön übertrieben Schwinger! Überlegs dir bitte nochmal....

    • Vor 2 Jahren

      Mit weniger brillianter Musik würden mich die Lyrics vermutlich auch nerven. Aber mit ihr gehen sie Hand in Hand.

    • Vor 2 Jahren

      Stephan, die von dir verlinkten Sachen kenne und mag ich ja. An der Musik von Steven Wilson gibt's auch nach wie vor nix zu rütteln. Nur viele seiner Lyrics fand ich schon immer plakativ, das hat mich schon zu PT Zeiten genervt. Scheint halt heftiger zu werden, je älter der gute Mann wird.

    • Vor 2 Jahren

      Die Lyrics waren schon immer Wilsons Schwachpunkt. Sein erstes Album hat großartige Lyrics, das ist wahre Poesie. Die stammt aber auch von seinem Schulfreund Alan Duffy.

      „Plakativ” ist eine gute Umschreibung für das, was ich an seinen Lyrics als störend empfinde. Ich habe es bisher immer als „erzwungen” bezeichnet, denn ich habe oft den Eindruck, dass er versucht, damit zwingend irgendwelchen rationalen Qualitätskriterien zu entsprechen (z. B. gesellschaftskritisch zu sein, wie beim textlich unterirdischem „Fear of a blank planet”, auf dem er wie ein Opa wirkt, der sich über die Jugend von heute beschwert).

    • Vor 2 Jahren

      Hin und wieder gibt's dann aber auch brillante, fast schon komische Lyrics von ihm. Ich denke da immer an "Remember me Lover" von PT.

  • Vor 2 Jahren

    Oha, hatte eigentlich drauf spekuliert (und gehofft), dass er wieder vertracktere Sachen macht - aber ist wohl immer falsch, bei ihm fest mit etwas zu rechnen, er macht eh das Gegenteil...
    Pet Shop Boys, Kraftwerk, Abba sind so Sachen, die mir da direkt einfallen... Mir gefällts! Bin zwar nicht in der Zeit direkt aufgewachsen, sondern kurz danach, aber durch Vater und Mutter schon damit sozialisiert. Kann nur sagen: Sehr gut gemacht, eingängig, gute Soundqualität - stimmt soweit alles, außer die bereits angesprochenen Lyrics. Wie immer wenig subtil und voll mit der Tür ins Haus gefallen.
    Nach dem dritten Hördurchlauf gefällts mir super gut!

  • Vor 2 Jahren

    Laut der Fanboys ist dieser Track das Werk eines musikalischen Genies. Wilson driftet immer mehr in die musikalische Belanglosigkeit ab. Schon auf TTB ging es mit der Qualität abwärts. Öder als Permanating waren dort nur seine ganzen Selbstzitate.

    Hier nervt, neben der miesen Lyrics, schon wieder sein Versuch, Falsett zu singen. Hat er niemanden, der ihm sagt, er solle das mal lassen? Musikalisch wirkt es fragmentiert und wenn er schon auf Elektro machen will, warum tauchen da noch akustische Gitarren auf?

    • Vor 2 Jahren

      Ich gelte vielleicht als so genannter "Fanboy", war ich doch schon bei bestimmt 10 Konzerten deutschlandweit von Porcupine Tree früher und dann SW solo. Ich besitze zahlreiche Alben auf Vinyl und habe einen Kauf von SW-Musik bisher noch nicht einmal bereut. Ich kann mich erinnern, dass ich vor TTB skeptisch war, dann blind gekauft hatte und die Songs seit Langem richtig gerne mag. Ich bin auch nach Hören seiner neuesten Single ordentlich skeptisch. Wir werden hören, ob SW abliefert. Ich halte ihn für einen hochintelligenten und super kreativen Menschen und Musiker. Ich denke, dass er sich gerne mal vollkommen verzetteln darf - das wäre nur menschlich ;-).

  • Vor einem Jahr

    Auch mal dazu gekommen, das zu hören. Ein völlig uncooles LCD Soundsystem-artiges (würg!) Sound-Fundament, ein paar cheesy Chöre und noch cringy Spoken Words, um für ein wenig aufgesetzte Dramatik zu sorgen: Sorry, Steven, damit machst du es dir leider zu leicht. Das wirkt wie aus verschiedenen, all zu hippen Versatzstücken zusammengeschustert. Null Dynamik, null Emotion, von vorne bis hinten durchkalkuliert. Was für ein unfassbarer Rotz. Meine Erwartungen an das Album sinken auf das Niedrigste.

  • Vor einem Jahr

    Dieser Kommentar wurde vor einem Jahr durch den Autor entfernt.

  • Vor einem Jahr

    Können wir nicht mal auf alle Stolz sein, die sich trotz riesiger Fangemeinde nichts diktieren lassen. Offen bleiben Leute.
    Veränderung ist Leben. Und mal bemerken, dass der Typ unsere Gewohnheiten in Future verpackt. Und genau das, was das Leben aus vielen von uns macht, also bequeme Gewohnheitspuschel, aufrüttelt. Schreit mal nein zwischen den Tönen, die ihr liebt.
    Denn genau darum geht's doch, ein hämmernder Beat, der die feinen Töne zu uebermauern versucht. Man muss sich schon die Zeit nehmen, um zu verstehen, dass Steven Wilson unsere irre Welt und unsere unsagbare Belanglosigkeit im Miteinander mit vielen Menschen um uns herum in Musik verpackt.
    Er zieht die Töne unserer Welt und das, was viele für angesagt halten in den Vordergrund. Und nur, wer sich Zeit nimmt, um zuzuhören, der findet was es ausmacht.
    Aber wer hört heute noch zu?!?!