laut.de-Kritik
Wütende Groove-Granaten gegen George W. Bush.
Review von Michael EdeleMan hat als Redakteur ja hin und wieder ein wenig Angst, dass man zu ner Scheibe nicht unbedingt viel erzählen kann, weil sich der Stil einer Band eigentlich kaum verändert. Da sind Pro Pain natürlich ein Paradebeispiel, immerhin praktizieren die vier New Yorker ihren Stil schon seit Jahren. Allerdings scheuen Gary und Co. auch nie davor zurück, ein paar neue Elemente in ihren Sound zu integrieren.
Mal ehrlich, ich persönlich wurde von Pro-Pain noch nie enttäuscht, denn ich bekomme genau das, was ich erwarte. Wütende Groove-Granaten, die mir mal mehr, mal weniger die Hosen stramm bügeln. Dazu einen wütenden Pitbull namens Gary Meskil, der sich den Frust von der Leber brüllt und dabei oftmals genau meinen Gedanken Ausdruck verleiht und auch die ein oder andere coole Melodie abliefert. Exakt das gibt es auch diesmal auf dem neuesten Output "Age Of Tyranny - The Tenth Crusade".
Viele Freunde wird sich die Band in den konservativen Kreisen der USA mit der Scheibe nicht machen, denn nach dem Hammer-Opener "The New Reality" im kräftigem Uptempo, der manche Hardcore-Truppe vor Neid erblassen lassen dürfte, spricht "All For King George" deutliche Worte und mir quasi aus der Seele. Auch wenn man sich über die seltsamen Backings zunächst noch wundern mag, so wird das Grinsen ob dieser wirklich abgefahrenen Idee jedes Mal breiter, gerade beim Monty Python-artigen Beginn. Was für ein Doppelschlag als Einstieg.
Allerdings ist es damit noch nicht vorbei, denn die nächste Überraschung kommt nach dem kurzen, heftigen "Pigs In Clover" schon mit "Beyond The Pale": Gary holt sich weibliche Unterstützung für den Chorus. Allerdings nicht ne Tralala-Trulla, sondern ne Frau mit Sex in der Stimme! Die Flamenco-Gitarre in der Mitte der Nummer ist ja wohl auch nur geil. "Three Minutes Hate" gibt dann wieder nur ordentlich aufs Fressbrett, dafür hat "Heads Will Roll" schon wieder ein paar echt zwingende Melodien im Gepäck.
Die sind auch im sehr punkigen und wieder mit einem verdammt bissigen Text ausgestatteten "Company Jerk" vorhanden. Die Nummer hat schon was von Motörhead. Mit "Impeach Indict Imprison" folgt der typische Nackenbrecher im Midtempo, ehe sie einem mit "Leveller" im Highspeed förmlich die Scheiße aus dem Leib prügeln. Musikalisch lässt es "Iraqnam" zwar ruhiger angehen, aber textlich ist der Song absolut vernichtend. Klingt echt so, als wollte Gary mal ein paar Politikerfressen polieren.
Im Rausschmeißer "Live Free (Or Die Trying)" gibt es im Chorus ein paar klare Gesangslinien, die allerdings Geschmackssache sind. Sowas klang auf "Fistful Of Hate" eindeutig besser. Ansonsten rockt die Nummer aber im ordentlichen Motörhead-Stil. Was soll also das Gelaber, dass Pro Pain schon seit Jahren ein und die selbe Scheibe aufnehmen? Die Jungs wissen einfach, was die Fans wollen, lassen sich dadurch aber noch lange nicht einschränken. That's Rock'n'Roll!
12 Kommentare
Zitat (« "Beyond The Pale": Gary holt sich weibliche Unterstützung für den Chorus. Allerdings nicht ne Tralala-Trulla, sondern ne Frau mit Sex in der Stimme! »):
das ist keine Frau, sondern ein Sänger namens Matthew Bizilia von der Band Icarus Witch
Egal. Nach der ersten hörprobe: die scheibe rockt.
@Donalds Pürzel («
Zitat (« "Beyond The Pale": Gary holt sich weibliche Unterstützung für den Chorus. Allerdings nicht ne Tralala-Trulla, sondern ne Frau mit Sex in der Stimme! »):
das ist keine Frau, sondern ein Sänger namens Matthew Bizilia von der Band Icarus Witch »):
hihi
Ihr Dumpfbacken, die Scheibe wahrscheinlich noch nie gehört, aber mir erzählen wollen, dass da keine Frau singt ... Matt Bizilia singt in der Bridge von dem Song im Hintergrund mit. Den Chorus singt eine ungenannte Dame komplett im Alleingang du Gehörmorchel!!!
*haha* Der erste Post seit über 7 Monaten, Respekt
7 monate?
zur platte: völlig verzichtbar, aber pro-pain sind halt die motörhead des hardcores. hail @ alle platten bis zur act of god.