laut.de-Kritik

Streubomben-Mashup mit Rob.

Review von

So und jetzt zehnmal ganz schnell hintereinander: "The Electric Warlock Acid Witch Satanic Orgy Celebration Dispenser", "The Electric War ..." — lassen wir das. Schließlich bleibt Mr. Zombie zumindest musikalisch im Kopf. Oder?

Naja, insbesondere am Anfang bleibt von den meisten Songs des Zungenbrechers in etwa so viel hängen wie vom Titel. "Well, Everybody's Fucking In A U.F.O.", "The Hideous Exhibition Of A Dedicated Gore Whore", "Medication For The Melancholy" und "Wurdalak" dank gedrosselten Tempos und seines Klavieroutros sind zunächst die einzigen Augenöffner. "A Hearse That Overturns With The Coffin Bursting Open" merkt man zwar Potential an, im Endeffekt ist das Akustikzwischenspiel aber völlig überflüssig.

Das Phänomen der Interludes zieht sich irgendwie durch das gesamte Album. Songtitel und Spiellängen sind nämlich umgekehrt proportional. Kaum hat man den Namen ausgesprochen sind die Tracks schon wieder vorbei. Abgesehen von "Wurdalak" überschreitet keiner die Drei-Minuten-Marke. Und genau das ist häufig das Problem: zündet ein Song doch mal, ist er plötzlich am Ende. Zu oft wünscht man sich, Zombie würde seine angefangene Idee weiterspinnen. Paradebeispiel: "In The Age Of The Consecrated Vampire We All Get High": Groovt ganz gut und bietet live schöne Möglichkeiten, Robs Tanzmoves zu bewundern. Aber kaum ist man drin, haut die Band mangels kreativer Ansatzpunkte die Tür zu — und das nächste Interlude steht an.

Nach mehrfachem Hören bleiben dann vor allem "The Life And Times Of A Teenage Rock God" mit seinem Ohrwurmrefrain und "Get Your Boots On! That's The End Of Rock And Roll" im Gedächtnis. In letzterem greift John 5 zur Sologitarre, während der Chef den Track mit groovigem Klatschen veredelt. Tamburin dazu, Zombie-typische Lautmalerei ("Gabba gabba hey a be top a lu la / Wam bam thank you ma'am") — so mögen wir das.

Überhaupt: natürlich kommt man trotz einiger Durchhänger nicht umhin, Rob Zombie auch nach dem Genuss von "The Electric Warlock Acid Witch Satanic Orgy Celebration Dispenser“ noch zu mögen. Hat man sich mit der Simplizität mal abgefunden, macht das halt doch ziemliche Laune. Obwohl das Rezept kein Stück von vorhergehenden Releases abweicht. Dazu macht das trashig aufbereitete Booklet einiges her und entpuppt sich als herrlich abgefuckt. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn mittig platziert gibt's eine hübsche Doppelseite, die sich ganz und gar kopulierenden Aliens widmet.

Textlich wildert der Horrorhippie sowieso wieder ein Gruselklischee nach dem anderen. Jekyll & Hyde schleichen sich in "The Life And Times Of A Teenage Rock God", die Gore Whore freut sich über Wolf Man-, Karloff- und Dracula-Tattoos ("Sunlight always makes her sick"). Wenn sich dann noch Bob Dylan, Jackson Pollock und angesprochene Aliens dazugesellen, ist das Streubomben-Mashup perfekt. If that's the end of Rock'n'Roll, it's a good one.

Trackliste

  1. 1. The Last Of The Demons Defeated
  2. 2. Satanic Cyanide! The Killer Rocks On!
  3. 3. The Life And Times Of A Teenage Rock God
  4. 4. Well, Everybody's Fucking In A U.F.O.
  5. 5. A Hearse That Overturns With The Coffin Bursting Open
  6. 6. The Hideous Exhibitions Of A Dedicated Gore Whore
  7. 7. Medication For The Melancholy
  8. 8. In The Age Of The Consegrated Vampire We All Get High
  9. 9. Super-Doom-Hex-Gloom Part One
  10. 10. In The Bone Pile
  11. 11. Get Your Boots On! That's The End Of Rock And Roll
  12. 12. Wurdalak

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