laut.de-Kritik

Ein Garant für aufgeheizte Stimmung im Circle-Pit.

Review von

While She Sleeps können Konstanz. Nach drei Platten auf gleichermaßen hohem Niveau lässt sich das guten Gewissens bescheinigen. Auch Nummer vier ist meilenweit davon entfernt, Metalcore-Fans enttäuscht zurückzulassen. Und doch beschleicht einen das Gefühl, als hätten sich die Briten am Limit ihrer Schaffenskraft eingependelt.

Darüber täuschen auch marginale Entwicklungsschritte kaum hinweg. Konkret sind die kleinen, aber feinen Neuerungen auf "Sleeps Society" vor allem elektronischer Natur. Bring Me The Horizon haben es vorgelebt, die Architects zuletzt mitgezogen. Wohlgemerkt sehr viel dosierter reihen sich nun auch While She Sleeps in die Riege von Bands ein, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, einen von Unsicherheiten geprägten Zeitgeist mit düsteren Effekt-Samples einzufangen.

Das passt nur allzu gut zum gesellschaftskritischen Rundumschlag, den die Insulaner regelmäßig austeilen. Schlechter Empfang, getrübt von allerhand Störgeräuschen, hindert eine Stimme daran, deutlich durchzudringen. Mit diesem Intro gibt "Enlightment" gleich die post-apokalyptische Grundstimmung vor. Lawrence Taylors Gesangsröhre befreit den Hörer dann von den einprasselnden Reizen. Die melodischen Passagen unterstreichen: gesanglich hat er noch mal an Kontur gewonnen. Überhaupt macht die Eröffnung Lust auf raue Metal-Hymnen.

"Sleeps Society" deckt in Gänze mal wieder Lethargien auf, will wachrütteln. Wenn es sein muss, kratzbürstig und unbequem. Doch nicht nur das. Gleichzeitig nehmen While She Sleeps auch eine Mikroperspektive ein, um sich den psychischen Abgründen des Einzelnen zu widmen. "It's okay to not be okay." "You Are All You Need" oder "Know Your Worth (Somebody)" greifen das Thema "Selbstliebe" schon im Titel auf.

Immer wieder wechseln sich nicht nur die Perspektiven ab, sondern auch laute und leise Töne. Mal geht es hektisch, mal aggressiv, mal sanftmütig zur Sache. So kontrastreich haben sich While She Sleeps wohl noch nie auf Albumlänge präsentiert. Geballte Energie hagelt es in "You Are All You Need", dem headbangenden "Systematic" oder dem starken Titeltrack.

Interessant, aber nicht ganz schlüssig sind dagegen die ruhigeren Stücke. "Pyai" ist als Interlude ebenso verzichtbar wie das fast schon unverschämt nichtssagende Outro "DN3 3HT" von sieben Minuten Länge. Zwar macht sich "Division Street" ganz nett als raue Folk-Ballade, dümpelt letztlich aber eher unentschlossen vor sich hin. Dagegen verpacken "Call Of The Void" oder "Nervous" den Schwermut weitaus dynamischer.

Dann wären da noch die durchaus namhaften Gastauftritte aus genrefernen Galaxien. Während Simon Neil (Biffy Clyro) in "Nervous" flüchtig in Erscheinung tritt, mischt Deryck Whibley (Sum 41) in "No Defeat For The Brave" mit. Ihre Auftritte bringen nochmal mehr Würze rein, sorgen für überraschende Momente innerhalb wiederkehrender Strukturen und lassen natürlich auch jenseits der Metalcore-Zielgruppe aufhorchen.

Wenngleich der nächste Entwicklungssprung ausbleibt, bringt "Sleeps Society" doch wieder hymnische Chor-Gesänge mit metallischen Grundtugenden zusammen. Besonders live ein Garant für aufgeheizte Stimmung im Circle Pit. Und mal ehrlich: Wenn die finale DNA so klingt, ist das nicht die schlechteste Voraussetzung, um gemütlich zu stagnieren.

Trackliste

  1. 1. Enlightenment
  2. 2. You Are All You Need
  3. 3. Systematic
  4. 4. Nervous (feat. Simon Neil)
  5. 5. Pyai
  6. 6. Know your worth (somebody)
  7. 7. No Defeat For The Brave (feat. Deryck Whibley)
  8. 8. Division Street
  9. 9. Sleeps Society
  10. 10. Call Of The Void
  11. 11. DN3 3HT

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