laut.de-Kritik
Die Dänen schrauben einem recht genüsslich die Rübe ab.
Review von Michael EdeleHatesphere sind von der ganz schnellen Sorte. Im Januar waren sie erst mit der "The Killing EP" am Start und nun schieben sie Ende September schon das neue Album "The Sickness Within" nach. Zehn neue Songs haben die Dänen eingezimmert und nach einem Schnellschuss klingt auf der Scheibe nun wirklich gar nichts.
Ganz im Gegenteil schrauben einem Hatesphere mit ihrem vierten, vollwertigen Longplayer recht genüsslich die Rübe ab. Schon auf dem Vorgänger "Ballet Of The Brute" und der Zwischendurch-EP "The Killing EP" haben die Jungs bewiesen, dass sie wohl endgültig ihre Mischung aus fiesem Thrash Metal mit ein paar Melodien und einer extra Portion Groove gefunden haben. Der Opener "White Fever" knallt einem dabei genauso vor den Latz wie das folgende "The Fallen Shall Rise In A River Of Blood".
Vor allem hier wird aber schnell deutlich, dass die Dänen inzwischen durchaus auch auf Atmosphäre setzen und gerne mal ein paar Keyboards zum Zuge kommen lassen. Diese tauchen natürlich nur in den eher gemäßigten Passagen auf, also da, wo sie atmosphärisch auch Sinn machen. Auch in Sachen Tempo geht das Quintett wieder sehr variabel zu Werke. Variiert die Geschwindigkeit innerhalb der einzelnen Songs schon gut, so drosseln sie das Tempo auch mal fast durchgehend.
Beispiel dafür ist zunächst mal "Reaper Of Life", das sich so richtig schon unbarmherzig aus den Boxen quält und den Tod für mehrere Nackenmuskel bedeutet. Im Anschluss rattert der Titeltrack über einen weg und hält nur beim tonnenschweren Mittelteil kurz an. Es ist schon bemerkenswert, wie erstaunlich variabel die Band trotz heftigem Geknüppel zur Sache geht. Vor allem Frontförster Bredahl wechselt immer wieder zwischen aggressivem Gebrüll, derben Grunts und ein paar fast als clean zu bezeichnenden Vocals.
Langeweile kommt beim Hören von "The Sickness Within" mit Sicherheit nicht auf, dazu sind die Tracks einfach zu gut. Sicherlich werde einige bemängeln, dass Hatesphere ziemlich deutlich auf den Pfaden von The Haunted oder Arch Enemy wandeln, das ist mir bei Kalibern wie "Coming Of Chaos", "Heaven Is Ready To Fall" oder "Marked By Darkness" aber ziemlich egal. Vor allem, wenn bei letzterem auch noch Steve Smythe ein Hammersolo abliefert.
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