Außerdem neu am Freitag: Hagen Stoll, King Princess, Dardan, Stick To Your Guns, DOMI & JD Beck, Whiskey Myers, Shacke One, Bravo Hits 118, etc.

Konstanz (jah) - Ob mit Destiny's Child oder solo, Beyoncé hatte genau wie ihr Ehemann Jay-Z schon immer etwas Protziges, aber auch Ikonisches an sich. Dass sich daran auch nach so vielen Jahren im Musikbusiness nichts geändert hat, verdeutlicht alleine das Cover zum kommenden Album "Renaissance". Die tatsächliche Renaissance könnte es dafür wohl musikalisch geben. Auf der ersten Vorabsingle "Break My Soul" präsentierte die US-Amerikanerin sich fernab vom gewohnten R'n'B-Sound im House-Gewand. Die Produzentenliste der neuen Platte verspricht mit Namen wie Skrillex oder Honey Dijon ebenfalls mehr Bezug zur elektronischen Musik. Wir sind gespannt, bei Drake hat der Schachzug ja schon mal nicht so gut geklappt.

Omas dieser Welt, anschnallen: SWR 4-Hitkanone Andrea Berg feiert ihr 30-jähriges Musik-Jubiläum! Und das nicht nur mit einer großen Open Air-Show mit Giovanni Zarella (die eine Woche später auch im Fernsehen übertragen wird - alle Normalos am 6. August zur Primetime das ZDF besser weitläufig umgehen, gern geschehen), sondern bringt diesen Freitag auch die passende Jubiläums-Platte "Ich Würd's Wieder Tun" raus. Mit dabei die Crème de la Crème der peinlichsten Schlager-Fuzzis des Landes, von Florian Silbereisen über Semino Rossi, Beatrice Egli und Kerstin Ott bis hin zu DJ Ötzi. Der Ötzi, na klar. Als wären wir mit "Layla" gerade nicht schon genug gestraft…

Joa, schlimmer geht trotzdem immer. Auftritt: Fler. Musikalisch muss man über den lieben Flizzy eigentlich nichts mehr sagen. Doch trotz allem stellt sich immer wieder die Frage, wer dem Jungen regelmäßig ins Müsli spuckt, dass er weiterhin meint, so peinliches Zeug von sich geben zu müssen: "Most underrated, trotzdem bester Rapper alive. Mach' mit deiner Freundin heute, was du besser nicht weißt", rappt er etwa auf der Vorabsingle "Oh Boy" zum kommenden Album "Trendsetter 2" am Freitag. "Es wird halt richtig wild. Also richtig, entweder man peilt's oder man peilt es erst wenn ich tot bin. Aber so richtig übertrieben", erzählte er bei raptastisch. Alles klar. Trotzdem nein danke.

Zeit, wieder über etwas Schönes zu reden. Wenn sich jemand da draußen gefragt hat, ob das Genre Jazz mehr oder weniger mit Miles Davis gestorben ist, dem sei versichert: Nein, ganz und gar nicht! Neben dem einen oder anderen alten Hasen, der nach wie vor dabei ist, kommt nämlich auch frischer Wind nach. Ganz konkret: DOMI & JD Beck. Die 22-jährige, französische Keyboarderin und der 19-jährige Drummer aus Texas haben sich als Jazz-Lofi-R'n'B-Duo – wie sollte es anders sein – über Social Media einen Namen gemacht. Anderson .Paak holte sie zu Blue Note Records und produzierte mit ihnen das Debütalbum "Not Tight", das am Freitag kommen soll – angeblich mit richtig hochkarätigen Gaststars wie Thundercat, Herbie Hancock, Snoop Dogg und Busta Rhymes.

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24/7 Indie, Pop & Alternative: Willkommen bei laut.fm/eins! Mit den Neuvorstellungen Odesza feat. Låpsley), Sharon Van Etten, Batbait, The Sadies, Jack White, Pabst, Skullcrusher, Jamie T etc. - checkt hier die Top 20 der Woche und alle Neuzugänge.

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Eins muss man Hagen Stoll wirklich zugestehen: Er ist ein wandlungsfähiger Mann. Einst als Joe Rilla in der damals noch weit ruppigeren Berliner Hip Hop-Szene als Rapper und vor allem als Produzent aktiv gewesen, wandelte er später als eine Hälfte von Haudegen auf ganz anderen musikalischen Pfaden. Ohne den Joe, nur als Rilla, holte Stoll vor zwei Jahren wieder die Rap-Nostalgiker*innen ab, während er heute gleich alle Künstlernamen im Schrank und das Pendel auf "Plus Minus Null" erneut in Richtung Rock ausschlagen lässt. Klingt (zumindest aus Rap-Fan-Perspektive) einigermaßen grauenvoll angeonkelt, findet aber vermutlich seine Zielgruppe.

"Findet vermutlich seine Zielgruppe" gilt auch für die neue Bravo Hits. Mittlerweile bei Ausgabe 118 angelangt, kann man sich nach wie vor darauf verlassen, dass hier für jeden etwas dabei ist, der den Mainstream nicht komplett verabscheut. Der Fokus liegt natürlich wieder auf Pop, Hip Hop und ganz viel EDM. Mit den üblichen Kandidaten von Guetta bis Sheeran, sehr sommerlich, ganz viel lahmes Zeug, aber auch ein paar Lichtblicke – klassische Bravo Hits eben.

Wer es doch eher mit altmodischeren und instrumentalen Klangwelten hat, dem sei hingegen die neue Platte der Country-Rocker von Whiskey Myers ans Herz gelegt. Leadsänger Cody Cannon kündigte das sechste Album "Tornillo" der texanischen Gruppe an: "Wir haben viel Bass und Bläser eingesetzt, was wir schon immer mal machen wollten. Wir sind einfach Fans von all der alten Musik und Motown-Sachen, und vielem, was aus Muscle Shoals kommt, altem Rock'n'Roll." Die Vorabsingles, allen voran "John Wayne", klingen schon mal vielversprechend.

Zum Schluss nochmal frisches Blut, personifiziert durch King Princess. Die US-amerikanische Singer-Songwriterin heimst mit ihren gerade einmal 23 Jahren schon mehrere Millionen Streams auf Spotify ein. Kein Wunder hat sie doch eine hervorragende Stimme und bringt in ihren Pop-Sound immer wieder Variationen herein. Einen kleinen Vorgeschmack auf die neue Platte "Hold On Baby" am Freitag liefern bereits die Singles von der EP "Change The Looks". Reinhören lohnt sich.

Alle Neuerscheinungen vom 29. Juli im Überblick:

Andrea Berg - Ich Würd's Wieder Tun
Belphegor - The Devils
Beyoncé - Renaissance
Billy Howerdel - What Normal Was
Birth - Born
Cats In Space - Kickstart The Sun
Chaosbay - 222
Dance Gavin - Jackpot Juicer
Dardan - DardyNextDoor
Data Luv - Ready 4 Rage
DOMI & JD Beck - Not Tight
Eddie Vedder - Earthling (Vinyl)
Fler - Trendsetter 2
Funny Van Dannen - Kolossale Gegenwart
Goo Goo Dolls - Chaos in Bloom
Grateful Dead - Europe '72
Graveshadow - The Uncertain Hour
Hagen Stoll - Plus Minus Null
Hayley Kiyoko - Panorama
Heidi Brühl - Big Box
Herbert Pixner Projekt - Schian!
Jethro Tull - Thick As a Brick
King Princess - Hold On Baby
Krisiun - Mortem Solis
Little Feat - Waiting for Columbus
Loudness - LOUDNESS - Sunburst
Maggie Rogers - Surrender
Martina Schwarzmann - Ganz Einfach
Mädhouse - Down 'N' Dirty
Mike Leon Grosch - Wenn Wir Uns Wiedersehen
My Sleeping Karma - Atma
Omega - Gammapolis & Live at Kisstadion
Orbital - 30 Something
Pist.On - Cold World +
Ryo Okumoto - The Myth of the Mostrophus
Sadies - Colder Streams
Saor - Origins
Shacke One - S1
Sonny Clark - Dial "S" for Sonny (Vinyl)
Stick To Your Guns - Spectre
The Offspring - Greatest Hits
Thumb - Exposure (Coloured Vinyl)
Various Artists - Bravo Hits 118
Various Artists - ELVIS (Original Motion Picture Soundtrack)
Various Artists - Euphoria Season 2 (Soundtrack)
VOIVOD - Forgotten in Space
Warwolf - Necropolis
Whiskey Myers - Tornillo
Working Men's Club - Fear Fear
Wormrot - Hiss

Fotos

Fler und Beyoncé

Fler und Beyoncé,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Fler und Beyoncé,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Fler und Beyoncé,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Fler und Beyoncé,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Fler und Beyoncé,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Fler und Beyoncé,  | © laut.de (Fotograf: Peter Wafzig) Fler und Beyoncé,  | © Parkwood Entertainment (Fotograf: 13thWitness/Invision) Fler und Beyoncé,  | © Parkwood Entertainment (Fotograf: 13thWitness/Invision) Fler und Beyoncé,  | © Parkwood Entertainment (Fotograf: 13thWitness/Invision) Fler und Beyoncé,  | © Parkwood Entertainment (Fotograf: 13thWitness/Invision) Fler und Beyoncé,  | © Parkwood Entertainment (Fotograf: 13thWitness/Invision) Fler und Beyoncé,  | © Parkwood Entertainment (Fotograf: 13thWitness/Invision) Fler und Beyoncé,  | © Parkwood Entertainment (Fotograf: 13thWitness/Invision) Fler und Beyoncé,  | © Parkwood Entertainment (Fotograf: 13thWitness/Invision)

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