laut.de-Kritik

Das Raubtier bleibt in der Höhle.

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Hach - kann mir kaum vorstellen, dass es nur mir so geht: Wenn ich Chibi ins Mikro hauen höre, will ich die Kleine am liebsten immer knuddeln. Allerdings hätte man doch ein bisschen Angst, sie dabei zu beschädigen. Dann müsste man auf ein Album wie "Superstition" verzichten.

Und das will keiner, zumal uns die Kanadier auf ihrem mittlerweile achten Album an einer wunderschönen Melodiesammlung teilhaben lassen. Ja, ihr lest richtig: Melodien geben auf "Superstition" den Ton an. Wirklich harte Klänge bleiben deutlich in der Minderheit, auch wenn im Opener "Divide" ein Gastshouter verzerrt durch die Gegend deibelt.

Maßgeblich bleibt der eher verträumte Synth-/Future-Pop, den es bei The Birthday Massacre zwar schon immer zu hören gab, der sich mit dem härteren Material aber meist die Waage hielt. Auf "Superstition" ist dies kaum mehr der Fall. Aber kein Grund zur Sorge.

Der Titeltrack erinnert an eine Spaceversion von Cindy Laupers "Material Girl"- allein schon wegen Chibis Gesang und Intonation zu Beginn der ersten beiden Strophen. Anschließend muss man sich bis "Destroyer" gedulden, ehe in den Strophen ein härteres EBM-Feeling zu Tage tritt, und man mit einer heftigeren Nummer rechnen könnte: Doch das Raubtier bleibt letztendlich in seiner Höhle.

Schade für alle, die die heftigere Seite der Kanadier bevorzugen. Wer hingegen auf zum Teil zuckersüße Melodien steht - bei der wunderschönen Ballade "Rain" bleibt kein Auge trocken - wird kaum Grund haben, sich die Scheibe nicht zuzulegen.

Und tatsächlich packen Birthday Massacre kurz vor Ende mit "The Other Side" ihre düstere und leicht ruppige Seiten aus. Neben dem Opener das Highlight, bevor die Scheibe mit dem instrumentalen "Trinity" eher unspektakulär ausklingt.

Trackliste

  1. 1. Divide
  2. 2. Diaries
  3. 3. Superstition
  4. 4. Destroyer
  5. 5. Surrender
  6. 6. Oceania
  7. 7. Rain
  8. 8. Beyond
  9. 9. The Other Side
  10. 10. Trinity

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12 Kommentare mit einer Antwort

  • Vor 7 Jahren

    TBM ist eben kein Gothic, auch wenn ihre Quellen dort sind, sondern Synth-Rock. Und die Melodien haben etwas von 80er Pop, was ja nicht die schlechteste Dekade war.

    @fbzt: ich finde nicht, dass die Melodien von Superstition 0815 sind. eigentlich war ich bei den ersten dreimal hören nur vom Sound überwältigt, hinter dem sich die Melodien verstecken. 0815 ist, wenn es sofort ins Ohr geht und nach dreimal Hören langweilig wird. Aber da die Songs gut sind, wird es nicht langweilig.

  • Vor 7 Jahren

    Dieser Kommentar wurde vor 7 Jahren durch den Autor entfernt.

  • Vor 7 Jahren

    ich will dieses werk haben. mal was anderes