laut.de-Kritik

Fette Rock-Sause mit Punk-Einschlag.

Review von

Im The Bronx-Universum hat sich seit der Veröffentlichung des letzten Studiokrachers "V" so einiges getan. Für das neue Studioalbum habe man im schönen Kalifornien den kompletten kreativen Arbeitsprozess auf links gedreht, heißt es. So sollen nun alle Band-Mitglieder zu gleichen Teilen am neuen Werk mitgearbeitet haben.

Was sich im Pressetext zur neuen Veröffentlichung bahnbrechend und für den einen oder anderen eingefleischten Fan der Band vielleicht auch ein bisschen besorgniserregend anhört, ändert aber (glücklicherweise) nicht wirklich etwas an der musikalischen Ausrichtung. The Bronx zelebrieren auch im Spätsommer des Jahres 2021 die perfekte Sound-Melange aus Punk, Rock und einer Prise Hardcore.

Gewohnt rotznäsig und ausgewogen zwischen Stadionröhre und Hinterhofkläffer pendelnd, treibt Frontmann Matt Caughthran seine rockende Mannschaft an. Diesmal zum ersten Mal mit dabei: Ex-QOTSA-Trommler Joey Castillo. Der neue Mann an den Stöcken fügt sich auch sofort prächtig ein in das wummernde große Ganze, das mit den Trademarks-Krachern "White Shadow" und "Superbloom" gleich zu Beginn die Messlatte hoch ansetzt. Krachende Gitarren, druckvolle Vocals und eine Rhythmusfraktion, die so punktgenau performt wie ein Schweizer Uhrwerk: So kennt man die Herren aus Los Angeles.

The Bronx können aber mehr als nur ihren altbekannten Sound-Stiefel durchziehen. Mit "Watering The Well" heften sich die Amis an die Fersen der Hellacopters. "Curb Feelers" erinnert mit seiner druckvollen Geradlinigkeit an die pumpende Sugar Ray-Perle "Mean Machine". Den Vogel schießen The Bronx aber mit der Rock-Hymne "Peace Pipe" ab. Hier liefert die Band mitreißende Arenakost mit Hit-Potential ab.

Am Ende ist der Fan der Kalifornier mal wieder hochzufrieden. Wenn die Led Zep-Adelung "Participation Trophy" ihre letzten Runden dreht und sich der Staub einer gut dreiviertelstündigen Rock-Sause mit Punk-Einschlag so langsam legt, springt das Fan-Herz vor Freude im Dreieck. "IV" ist und bleibt das Maß aller Dinge. Aber "VI" quetscht sich definitiv mit aufs bandeigene Diskografie-Podest.

Trackliste

  1. 1. White Shadow
  2. 2. Superbloom
  3. 3. Watering The Well
  4. 4. Curb Feelers
  5. 5. Peace Pipe
  6. 6. High Five
  7. 7. Mexican Summer
  8. 8. New Lows
  9. 9. Breaking News
  10. 10. Jack Of All Trades
  11. 11. Participation Trophy

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1 Kommentar

  • Vor 11 Monaten

    "Den Vogel schießen The Bronx aber mit der Rock-Hymne "Peace Pipe" ab. Hier liefert die Band mitreißende Arenakost mit Hit-Potential ab."

    Lächerliche 150000 Wiedergaben hat der Track bei spotify, sogar innerhalb des Albums ist das nur graues Mittelfeld.
    Schon witzig, wie grotesk weit laut.de mit solchen Einschätzungen immer daneben liegt.