Porträt

laut.de-Biographie

The Presidents Of The United States Of America

Seattle, Anfang der Neunziger: Grunge und Melancholie wohin das Auge blickt. Und: The Presidents Of The United States Of America, die so absolut nicht in das Bild der Grunge-Metropole passen. Zwar machen Jason Finn, Chris Ballew und Dave Dederer auch Rock, doch bei ihnen steht der Spaß an erster Stelle. Mit zweisaitigem Bass, dreisaitiger Gitarre und vollkommen abgedrehten Texten avancieren sie in Seattle schnell zu einer der beliebtesten lokalen Bands.

Denn bei allem Spaß, die Presidents sind wahre Virtuosen auf ihren Instrumenten und springen mühelos zwischen Country, Punk, Rock und Metal hin und her und spielen mit den typischen Klischees dieser Genres.

1994 veröffentlichen sie ihr erstes Album auf dem Indie-Winzling PopLlama. Ein Jahr später greift Columbia unter die Arme, die das Album nochmals veröffentlichen. In den USA gibt's dafür Doppelplatin, drei Singles kommen unter die Top 40. In Deutschland ist die selbstbetitelte Scheibe bei WOM immerhin Platte des Monats und auch die Single "Peaches" findet eine gewisse Beachtung sowie schwere Rotation auf MTV.

Die Band selbst ist von der plötzlichen Popularität überrascht. O-Ton: "Innerhalb eines Jahres von Auftritten auf Geburtstagsparties zu dem Punkt zu kommen, an dem man in Australien von Fans durch die Straßen gejagt wird, wirkt etwas unwirklich."

Auf der Erfolgswelle schwimmend, veröffentlichen die Presidents ihr zweites Album "II". Wiederum verkauft sich die Scheibe gut, doch es ziehen dunkle Wolken am Himmel auf: Chris Ballew verlässt die Band, um mehr Zeit für seine Familie zu haben.

Nach einem Abschiedskonzert löst sich die Band auf, 1998 erscheint "Pure Frosting" mit unveröffentlichten Stücken und B-Seiten. Im Jahr 2000 gehen sie zwar gemeinsam mit Hip Hop-Ikone Sir Mix-A-Lot wieder ins Studio, doch veröffentlichen sie von dem Projekt namens Subset nichts.

Dafür erscheint 2000 "Freaked Out And Small", dennoch bleiben die Presidents vorerst in der Versenkung verschwunden.

Doch nur scheinbar, denn faul sind die drei nicht wirklich. Ballew betreibt mit einem Freund die Band Chris & Tad, Dederer formt mit Duff McKagan zusammen das Duo The Gentlemen und spielt in dessen Band Loaded. No-Strings-Mann Finn bearbeitet die Häute diverser Seattle-Bands.

Dann geht 2004 alles recht schnell. Die Presidents kündigen ihre Rückkehr an und schlagen diverse Record Deals aus, um alle Fäden in der Hand zu behalten. Auf PUSA Inc., ihrem eigenen Label veröffentlichen sie Anfang 2005 hierzulande "Love Everybody". Diesmal schwören sie sich, es etwas ruhiger angehen zu lassen, um nicht wieder am Erfolg zu scheitern.

Schon 2004 übernimmt Andrew McKeag für Dederer, der Basser möchte mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Dennoch wird McKeag erst 2007 vollwertiges Bandmitglied. Im August 2006 jettet das Trio mal wieder für eine Handvoll Gigs nach Europa, allerdings bleibt Deutschland außen vor.

Im März 2008 erscheint mit "These Are The Good Times People" ein weiteres Studioalbum, auf dem das Trio seinen Stiefel wie gewohnt runterspielt. Sonderlich spannend ist das außer für Neunziger-Sentimentalisten nicht mehr.

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