Sie waren bereits mit Iron Maiden auf Tour. Jetzt gehen die Metal-Rocker beim ESC für Deutschland an den Start.

Köln (laut) - Lord Of The Lost haben sich beim deutschen Vorentscheid des Eurovision Song Contest mit ihrem Song "Blood & Glitter" gegen sieben weitere Kandidaten durchgesetzt. Die Metal-Band wird Deutschland beim ESC im Mai repräsentieren.

Die ARD-Übertragung des Vorentscheids fand unter dem Namen "Unser Lied Für Liverpool" in Köln statt. Die Sendung begann am Freitagabend um 22:20 Uhr. Barbara Schöneberger war als Moderatorin im Einsatz. Neben ihr saßen auch Florian Silbereisen, Ilse DeLange, Fashion-Blogger Riccardo Simonetti und Malik Harris, Deutschlands ESC-Kandidat aus dem Vorjahr, auf dem Talk-Sofa.

Die Auftritte

Schönebergers Cringe-Faktor erreichte dabei ein Rekordniveau: Mal bemerkte sie, wie geil sie es finde, dass so viele junge Männer im Publikum säßen, an einer anderen Stelle fummelte sie am Cowboyhut eines Publikumsgastes herum und kommentierte dessen "Doppelkinn". Als Zuschauer wollte man Schöneberger lieber ausformulierte Moderationskarten in die Hand drücken und sie flehend darum bitten, diese einfach nur abzulesen.

Im Vorfeld des Abends hatten Fans bereits die Möglichkeit, online für ihren Lieblingsact abstimmen. Während der Sendung konnten noch Stimmen per Televoting (Anrufe und SMS) abgegeben werden. Das Voting des Publikums gingen zu 50% in die Gesamtwertung ein. Die andere Hälfte der Punkte wurde durch eine internationale Jury vergeben. Diese bestand aus je fünf Experten aus acht verschiedenen Ländern, zu denen - neben Österreich und der Schweiz - auch die Niederlande, Finnland, Spanien, Litauen, Großbritannien und die Ukraine zählten. Die Jurysprecherinnen und Sprecher konnten dabei jeweils bis zu zwölf Punkte vergeben. Als Favorit ging Will Church aus dem Voting der Internationalen Jury hervor. Das Publikumsvoting katapultierte jedoch Lord Of The Lost auf den ersten Platz.

Ikke Hüftgold lag weder im Voting der internationalen Jury, noch beim deutschen Publikum weit vorn. Dabei gab sich Hüftgold noch am Freitag ganz siegesgewiss: "Ich gehe da als Gewinner raus. Davon bin ich hundertprozentig überzeugt", sagte der Schlager-Sänger in einem Interview gegenüber der Welt.

Ursprünglich wollten auch Frida Gold neben den anderen Acts ins Rennen gehen. Sängerin Alina Süggeler musste jedoch krankheitsbedingt absagen und so blieb der Band nichts anderes übrig, als ihre Teilnahme zurückzuziehen. Es besteht jedoch die Möglichkeit, dass sie stattdessen im nächsten Jahr beim Vorentscheid dabei sein werden.

Neben den Wettbewerbsteilnehmenden gab es auch einen musikalischen Gastbeitrag: The BossHoss und Ilse DeLange gaben den energetischen Disco-Pop-Track "You" zum Besten (die Beigeisterung beim Publikum hielt sich jedoch sichtbar in Grenzen.) Ein gemeinsames "Best Of ESC"-Medley aller Teilnehmenden durfte natürlich auch nicht fehlen. Schöneberger und Silbereisen vervollständigten das bunte Kitsch-Ensemble.

Fotos

Frida Gold und Lord Of The Lost

Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele) Frida Gold und Lord Of The Lost,  | © laut.de (Fotograf: Michael Edele)

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12 Kommentare mit 16 Antworten, davon 3 auf Unterseiten

  • Vor einem Jahr

    Dieser Kommentar wurde vor einem Jahr durch den Autor entfernt.

    • Vor einem Jahr

      Beim ESC will kein großer Star auftreten. Warum auch? Dieser Wettbewerb ist musikalisch seit jahrzehnten fast völlig belanglos, und jemand, dessen Karriere ohnehin gut läuft, braucht sich diesen Quatsch nicht anzutun.

    • Vor einem Jahr

      Mag sein, für das Highlight der letzten gefühlt 50 Jahren läufts nach dem Sieg mehr als gut. Måneskin ist kompositorisch um Lichtjahre besser als die angehenden Nullnummercombo für geistig Vernachlässigte. :D

    • Vor einem Jahr

      für ESC-Verhätnisse gut = immer noch scheiße in real world standards, solte klar sein.

    • Vor einem Jahr

      Wer keine Ahnung hat, ist musikalisch inkompetent. In real world Standards die beste Nachwuchsband seit Radiohead. :D

    • Vor einem Jahr

      Ich finde, Applemac reloaded ist kompostorisch um Längen besser als alle anderen Muppets hier.

    • Vor einem Jahr

      Ich glaube, dass der Kosten/Nutzen-Faktor für etablierte Künstler einfach nicht gegeben ist. Warum soll man auch für die Performance eines einzigen Liedes wochenlange Arbeit in Anspruch nehmen, wenn man dieselbe Zeit touren kann? Wenn man eh schon in der Lage ist, Hallen von selbst zu füllen, braucht man sich nicht einem europäischen Publikum vorzustellen, was einen nächstes Jahr schon wieder vergessen hat.

      Zusätzlich kann man einen Prestige-Verlust einfahren, wenn man nur einen der hinteren Plätze holt. Klar gibt es Ausnahmen wie Maneskin, Conchita Wurst und Lordi, die mehr aus ihren Siegen mehr machen konnten, aber keine Sau kennt und interessiert sich noch für Alexander Rybak, Netta, Sertab Erener oder Helena Paparizou außerhalb ihrer Länder (wenn überhaupt).

      Die wohl bekannteste deutsche Band, die damals aufgetreten ist, waren 2008 die No Angels. Die landeten damals auf dem 23. Platz. Gut, die waren da auch schon nicht mehr die frischesten und hatten bereits eine Trennung hinter sich, aber Hoffnungen hatte man damals schon, dass man zumindest in der Mitte landet.

      Andere etablierte Namen waren seinerzeit Roger Cicero, Cascada und vielleicht auch noch Cindy & Bert. Hat aber alles nichts gebracht. Die sind allesamt unten gelandet.

  • Vor einem Jahr

    Safe - letzter-Platz-Abo läuft!

  • Vor einem Jahr

    Hätte ja den gemeinsamen Song mit Andy LaPlegua (Combichrist) ins Rennen geschickt, aber na gut, das Leben ist halt kein Wunschkonzert.