Der Star-DJ soll den Song des Berliner Newcomers Southstar geklaut haben. Bausa und Prinz Pi kritisieren ihn dafür.

Berlin (leb) - Robin Schulz schwimmt seit 2014 auf den Erfolgs-"Waves". Seine vergangenes Wochenende veröffentlichte Single "Miss You" bringt ihn nun in Erklärungsnot. Die klingt beinahe identisch wie der gleichnamige Track von Southstar. Der Berliner Newcomer produziert erst seit letztem Jahr Musik und behauptet nun: "Robin Schulz hat meinen Song 'Miss You', den ich vor über einem Monat gedroppt habe, geklaut!" Das eingesetzte Vocal-Sample stammt vom US-amerikanischen Produzenten Oliver Tree ("Jerk", 2020). Den listete Robin Schulz bei seiner Version als Feature-Artist auf.

Hier die Version von Southstar:

Und die fast identische Version von Robin Schulz:

"Berlin-Verbot für Robin Schulz"

Für die deutschsprachige Rapszene ist die Angelegenheit eindeutig. Bausa, Prinz Pi, Paula Hartmann und Verifiziert solidarisieren sich mit dem Berliner auf Social Media, nennen seinen Song "das Original". Ahzumjot schreibt: "Bro, das ist keine Kunst. Denk dir selbst was aus", Ski Aggu fordert sogar: "Berlin-Verbot für Robin Schulz".

Schulz schweigt, Manager antwortet

Schulz, der den Song nicht so sehr wie üblich promotet, schweigt derweil und lässt seinen Manager ein Statement aufsetzen. Stefan Dabruck schreibt auf seinem Instagram-Account: "Seit über 20 Jahren navigieren wir fair und mit großem Respekt vor allen Künstler:innen und deren kreative Arbeit. Manchmal überrascht mich die Kühnheit von anderen Artists, Rechte und Werke bewusst zu missachten und daraus Kapital zu schlagen. Die Irritationen zu 'Miss You' waren erwünscht und von mir beschlossen, das habe ich über Robins Kopf hinweg entschieden. Robin hat bis letzten Freitag auf einen gemeinsamen Remix gehofft".

Die Antwort lässt nun die Frage aufkommen, ob er womöglich aus Kalkül handelte, um auf die Missstände aufmerksam zu machen. Vielleicht wird der Konflikt durch ein weiteres Statement gelöst, das der Manager bereits ankündigte: "Mehr Infos und wichtiger Kontext folgt zeitnah".

Fotos

Prinz Pi

Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof) Prinz Pi,  | © laut.de (Fotograf: Rainer Keuenhof)

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3 Kommentare mit 2 Antworten

  • Vor einem Monat

    "Manchmal überrascht mich die Kühnheit von anderen Artists, Rechte und Werke bewusst zu missachten und daraus Kapital zu schlagen."

    Kannte er in der Form bisher nur von sich und seinem Schützling Schulz, hm? Mag ja sein, dass der Manager bisher zumindest bemüht war, die Rechte anderer Artists zu achten, ergo für die "Remixe" von Robin Schulz vorher anzufragen und diese ggf. vertraglich zu regeln. Bzgl. der Achtung vor den Werken anderer Kulturschaffender kann und darf mensch schon zu ganz anderen Ergebnissen kommen während des Anhörens von Schulz' Alltagsbrot. Dieses ist und war halt schon immer das Punkten mit den Hits der Anderen, kennzeichnend für so ziemliche alle Minusmusikkulturschaffenden und gemeinhin als die niedrigste Stufe des Musizierens gebranntmarkt - so Respekt einflößend wie die beliebteste Rammstein-Coverband im gesamten Donnersbergkreis.

    Insofern kommt der Entschluss des Managements, neben Schulz' Achtung vor den Werken anderer Artists an dieser Stelle auch mal die eigene Achtung vor den Rechten anderer Artists ganz außen vor zu lassen, um so ganz kühn und rasant mit nem Promo-Stunt Kapital aus diesem Werk und den Rechten eines anderen zu schlagen, kaum bis gar nicht überraschend: War ja auch zuvor schon mindestens zu 50% genau dasselbe, was Schulz und ein Management zum Brötchen verdienen taten.

    Applaus an der Stelle von mir natürlich - Transparenter als hier geschehen lässt sich das eigene Kreativitätskonto praktisch gar nicht für bankrott erklären. Jetzt sollte auch die letzte Tröte im Land begriffen haben, dass Robin Schulz mindestens in Sachen eigene Einfälle für Hitsongs im Minusmusikkulturschaffendenspektrum noch weit unterhalb eines Ikke Hüftgold anzusiedeln ist.

  • Vor einem Monat

    Find den southstar Track tatsächlich ganz geil, was diese Hitze nur mit einem macht.

  • Vor einem Monat

    Das Statement ist wirklich ein Witz. Die Robin-Schulz-Erfolgsformel war es schon immer, eher wenig bekannte Songs mit einem EDM-Beat zu unterlegen, Riser hinzuzufügen und das ganze dann „Robin Schulz feat. *Original-Artist*“ zu nennen. So ein Nomenklatur ist meines Wissens nach nie übliche Praxis gewesen und suggeriert, dass er der Hauptautor der Songs ist. Dass man jetzt dazu übergegangen ist, direkt zu stehlen, ist nur der nächste Schritt.