Porträt

laut.de-Biographie

Tanya Morgan

Als 2006 ein Rap-Trio aus Cincinnati respektive Brooklyn auftaucht, wundert man sich schwer, wieso sich Von Pea, Donwill und Ilyas denn bitte wie eine unbekannte Soul-Sängerin nennen. Aber: Die Rechnung ist aufgegangen. Das Debüt "Moonlighting" erntet begeistertes Feedback, und schon wenige Jahre später haben sich Tanya Morgan in der Szene etabliert und die legitime Nachfolge von De La Soul, A Tribe Called Quest und Jurassic 5 angetreten.

Seinen Beginn nimmt die Geschichte Tanya Morgans auf der The Roots-nahen Online-Plattform Okayplayer, bei der sich Produzent und Rapper Von Pea aus Brooklyn und Rapper Donwill aus Cincinnati über ihre musikalischen Vorlieben austauschen und Nähe entdecken. Donwill bringt seinen Partner Ilyas ins Spiel, mit dem er zuvor bereits unter dem Pseudonym Ilwill die lokalen Bühnen Cincinnatis unsicher gemacht hat. Die Arbeit an einem gemeinsamen Album beginnt, doch bis kurz vor Abgabe der fertigen Version von "Moonlighting" steht sich das Trio nicht in Person gegenüber.

Dennoch verschreiben sie sich musikalisch einer Tradition, die im Post-Millenium-Hip Hop fast vergessen scheint: Rap-Gruppen à la Gang Starr, A Tribe Called Quest, De La Soul oder dem Wu-Tang Clan. Hip Hop ist zum Individualsport geworden, es sind nur noch wenige Teamplayer übriggeblieben. Zwei davon agieren aufgrund geografischer Verhältnisse als weiteres Vorbild für Tanya Morgan: die letzte große Zusammenarbeit zwischen Brooklyn und Cincinnati Talib Kweli und DJ Hi-Tek als Reflection Eternal.

Sowieso hält man im Hause Morgan eher die alten Tugenden hoch. Tanya Morgan stoßen bei etlichen Fans der alten Schule durch einfache Sample/Drum-Entwürfe und klassische Rap-Strukturen auf offene Ohren. Durch ihre Liebe zu Skits und zahlreiche Rap-Referenzen etablieren sie sich als legitime Nachfolger einer vergangenen Native Tongues-Generation. So wird auf ausschweifenden Touren mit den Hieroglyphics und Ghostface Killah das Publikum davon überzeugt, dass es sich bei Tanya Morgan nicht um eine abgehalfterte R'n'B-Chanteuse handelt.

Mit wenigen, aber qualitativ überzeugenden Veröffentlichungen halten sich Tanya Morgan im Gespräch, was ihnen angesichts positiver Kritiken von der Source und Roots-Frontmann ?uestlove auch nicht etwa schwer fällt. Ihrem Anspruch an ein traditionelles Bild von Hip Hop bleiben sie weiterhin treu. Dazu passt das ein wenig anachronistisch anmutende Musiktape-Bandlogo. Man fühlt sich in der Rolle der neuen Rucksackträger-Generation offensichtlich pudelwohl.

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