laut.de-Kritik

Melancholische Klänge, reduziert auf das reine Spiel.

Review von

Bugge Wesseltoft hatte sich schon auf Platten wie "It's Snowing On My Piano" oder "Songs" auf das Wesentliche konzentriert. Nun veröffentlicht er mit "Be Am" ein weiteres reduziertes Album.

Während des zweijährigen Songwritingprozesses stand für den Norweger das absolut reine Spiel am Klavier und am Fender Rhodes im Vordergrund. Es ging ihm darum, sich in verstörenden Zeiten selbst zu beruhigen und sich frei von irgendwelchen Beschränkungen treiben zu lassen. Am Ende steht ein Werk, das einerseits nach innen gerichtet wirkt, andererseits aber auch von der schlichten Schönheit der Melodien lebt.

"Resonate" leitet das Album mit sparsam gesetzten Klaviertönen minimalistisch ein. Danach verströmt in "Tide" eine einfache, fast schon naive Melodie skandinavische Ruhe und Milde. In "State" schält sich schließlich durch die tiefen Akkorde eine melancholische Grundstimmung heraus, die auch viele weitere Tracks der Platte prägt.

Sehr schön gerät "Roads", das durch die soulvollen Saxofon-Töne Håkon Kornstads und die gedämpften Fender Rhodes-Klänge Wesseltofts eine nächtliche Atmosphäre verbreitet. In "Messenger" versprühen anschließend hüpfende Akkorde am Klavier eine leicht bluesige Note. Leider klingt das Album in der zweiten Hälfte etwas zu sehr nach einer beiläufigen Fingerübung.

"Green" zeugt von einer gewissen Naturverbundenheit, gleitet melodisch jedoch in all zu monotone Gefilde ab. Das von westafrikanisch geprägten Kalimba-Klängen durchzogene "Life" hat eher was von einer Skizze denn von einen Song und "Deeper" erweist sich als eine langweilige Aneinanderreihung tiefer Piano-Akkorde.

Erst im abschließenden "Sunbeams Through Leaves Softly Rustling" erreicht Bugge wieder das Niveau der ersten Hälfte: Mit sanften, weichen Melodien und sparsamen, begleitenden Tönen findet die Scheibe einen optimistischen, wunderschönen Ausklang.

der Norweger hat seine minimalistischen Qualitäten in der Vergangenheit schon eindrucksvoller unter Beweis gestellt. "Be Am" verfügt zwar über ansprechende Momente, zählt aber insgesamt zu den schwächeren Veröffentlichungen des Skandinaviers.

Trackliste

  1. 1. Resonate
  2. 2. Tide
  3. 3. State
  4. 4. Emerging
  5. 5. Roads
  6. 6. Messenger
  7. 7. Green
  8. 8. Be Am
  9. 9. Life
  10. 10. Gonna Be OK
  11. 11. Deeper
  12. 12. Sunbeams Through Leaves Softly Rustling

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2 Kommentare

  • Vor 6 Monaten

    Mir gefällt das Album gut. Wesseltoft hat mitunter die Tendenz ins Weichgespühlte und in Effekte abzudriften. Die CD ist wenig mainstreamig und kommt eher reduziert daher. Melancholisch und introviertiert mit melodiösen Einschüben. Schön.

  • Vor 6 Monaten

    Bugge Wesseltoft war damals mit 14 mein Einstieg in den Jazz. Die Platte "Moving" hör ich immer noch gerne mal rein. Wobei man ihr das Alter von der Qualität der elektronischen Produktion her mMn mittlerweile arg anhört