Porträt

laut.de-Biographie

Lindy-Fay Hella

"Mein Cousin zwang mich zum Singen. Er sagte: 'Ich weiß einfach, dass du singen sollst.'" Im Kindesalter ist die norwegische Sängerin Lindy-Fay Hella noch zu schüchtern, um von ihrer großen Stimme zu wissen. Doch mit acht Jahren platzt erstmals der Knoten. "Es fühlte sich so befreiend und so gut an, endlich Klang herauszulassen" – so beschreibt sie den Moment, der den Grundstein für ihre Musikkarriere legt.

Wardruna - Skald
Wardruna Skald
Tränen vor dem winterlichen Kaminfeuer.
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Hella kommt 1975 auf der Insel Radøy bei Bergen, im malerischen Westnorwegen, zur Welt. Schon als Kleinkind liebt sie Musik und spielt unentwegt auf der Heimorgel der Großeltern. Nach dem Aha-Erlebnis des ersten Versuchs singt sie zu Hause, stellt sich dabei vor, ihre Stimme erreich die Berge, die sie durchs Fenster am Horizont sieht. Als Teenager nimmt sie ersten Gesangsunterricht und singt in einer Band irgendwo zwischen Punk und Grunge. Später folgen weitere Stimmentwicklungen in Eigenregie, fernab von der Klassik, die sie bisher gelernt hat. Stattdessen treibt sie die Faszination für diverse traditionelle Stile, vom Joik der Sami bis hin zu osteuropäischen und afrikanischen Folkgesängen.

In Norwegen sprechen sich Hellas außergewöhnliches Timbre und ihre Stimmgewalt herum, unterschiedliche Projekte aus den Bereichen Noise, Rock und Electronica klopfen an, darunter House Of Hiss, Jazzkammer und Röyksopp. Befreundete Musiker fragen vor allem dann bei ihr an, wenn sie etwas 'Geisterhaftes' oder 'Seltsames' wollen, so Hella. In den frühen 2000er Jahren gründet sie mit dem späteren Wardruna-Kollegen Arne Sandvoll das elektronische Duo Ullan Gensa, für das Hella singt und Instrumente wie Synthesizer und Orgel spielt. Das Duo veröffentlicht einige Songs auf YouTube und spielt damals nur vier oder fünf Konzerte.

Einen der Auftritte besucht der Multiinstrumentalist und ehemalige Gorgoroth-Drummer Einar Selvik, der Hella ohne Umschweife für sein damals neues Projekt Wardruna engagiert. Erst sollen es nur wenige Songs sein, doch seither gehört Lindy-Fay zum Kern des weltweit gefeierten Wardruna-Sounds, hat ihn über die gesamte Albumtrilogie Runaljod (2009 – 2016) mit verfasst. Bei Kennern der neu aufkeimenden Nordic-Folk-Szene ist Hellas Stimme längst ikonisch, mit ihrer kontrollierten, gellenden Schärfe, aber auch ihrer sanften Klarheit – und mit einem Stimmumfang, der zweifellos einige große Namen des Musikgeschäfts in den Schatten stellt.

Im Herbst 2019 veröffentlicht Hella ihr Solo-Debüt "Seafarer" auf dem Black-Metal-Label Ván Records. Ihre charakteristische Mischung aus durchdringender Stimm-Power und ätherischer Zartheit spiegelt sich in ihrer kreativen Kombination aus organischen und elektronischen Sounds. Diese erschafft sie in Zusammenarbeit mit befreundeten Musikern, wie Herbrand Larsen (Enslaved, Audrey Horne), Kristian 'Gaahl' Espedal (Gorgoroth, Wardruna, Gaahls Wyrd), ihrem Wardruna-Kollegen Eilif Gundersen, Roy Ole Førland (Malignant Eternal), Jan Tore Ness und ihrem Cousin Ingolf Hella Torgersen. An weiteren Solo-Werken sowie Kollaborationen (My Dying Bride) arbeitet sie ebenso.

Hella singt auch weiterhin bei Wardruna. Nach der Runaljod-Trilogie und dem minimalistischen "Skald" sieht die stetig wachsende Fangemeinde der Band dem Release des fünften Albums, Kvitravn, am 5. Juni 2020 entgegen.

Alben

Wardruna - Skald: Album-Cover
  • Leserwertung: 2 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2018 Skald

Kritik von Manuel Berger

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