laut.de-Kritik

Kurzweiliges Vergnügen mit nur wenigen Innovationen.

Review von

Die Melodic Death-Metaller von Deserted Fear haben nicht unbedingt eine optimistische Sichtweise auf diese Welt. Ihr fünftes Album trägt den Namen "Doomsday", und auch die Tracklist mit Songtiteln wie "Part Of The End" oder "Voices Of Fire" strotzt nur so vor apokalyptischen Anspielungen. Leider macht man sich aufgrund der bedrückenden politischen Lage so langsam tatsächlich Sorgen um diesen Planeten.

Die Musik mutet indessen nicht ganz so aufsehenerregend an, orientiert sich die Band doch nach wie vor sehr stark an ihren schwedischen Vorbildern. In "Part Of The End" legen viel Doublebass, melodische Gitarrenpassagen sowie die heisere, crustige Stimme Manuel Glatters die Fährte für das restliche Album, wobei sich die Thüringer in "Idols Of Triumph" oder "Fall From Grace" mehr auf das Melodische und in "Follow The Light That Blinds" oder "Voices Of Fire" mehr auf die Doublebass fokussieren. In "Reborn Paradise" offenbaren sie mit weitläufigen Saitentönen und melancholischen Gesangslinien ihre episch hymnischen Qualitäten. Dabei kommt auch eine leichte Gothic-Note zum Vorschein, die man von ihnen noch nicht kennt.

Ansonsten hätte die Scheibe durchaus mehr Innovationen vertragen können. Gerade "Fall From Grace" zeichnet sich durch eine gewisse melodische Harmlosigkeit und Beliebigkeit aus. "Voices Of Fire" bildet aufgrund seines platten Refrains schließlich den Tiefpunkt des Albums. Dem gegenüber stehen einige ziemlich gelungene Tracks, die über diese Schwächen ein wenig hinwegsehen lassen. "The One Desire" wartet mit einer einprägsamen Hook auf, die zum Mitsingen einlädt. In "Call Of Emptiness" variiert die Band das Tempo und legt einen Groove an den Tag, der an die besten Tage In Flames' erinnert. Das Titelstück rundet die Platte mit seiner midtempolastigen Ausrichtung und melodiösen Leadgitarren-Einschüben auf recht atmosphärische Weise ab.

Insgesamt stellt "Doomsday" ein recht kurzweiliges Vergnügen dar, bei dem Anhänger melodischen Death Metals schwedischer Prägung sicher auf ihre Kosten kommen. Zudem kommt das Digipack mit zwei Bonus Tracks, darunter ein Cover von In Flames' "Artifacts Of The Black Rain", sowie einem speziellen Deserted Fear-Bierdeckel daher. So kann man sich den Weltuntergang wenigstens schöntrinken.

Trackliste

  1. 1. Intro
  2. 2. Part Of The End
  3. 3. Idols Of Triumph
  4. 4. Follow The Light That Blinds
  5. 5. Fall From Grace
  6. 6. At It's End
  7. 7. Reborn Paradise
  8. 8. The One Desire
  9. 9. Call Of Emptiness
  10. 10. Voices Of Fire
  11. 11. Doomsday

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2 Kommentare

  • Vor 4 Monaten

    "mit nur wenigen Innovationen" ist wirklich eine der albernsten Plattitüden, die ein Rezensent zücken kann, wenn ihm wirklich überhaupt gar nichts einfällt. Nichts für ungut, aber das ist schnörkelloser Death Metal. Kann man mögen, muss man aber nicht. Kann man genau so schreiben, muss man aber nicht. Aber: Warum sollte das innovativ sein? Bedeutet die Anmerkung, dass es nicht innovativ sei, dass Innovation automatisch der Anspruch sei? Dann gute Nacht. Nicht falsch verstehen: Ich mag Innovation. Aber wenn eine Death-Metal-Band einfach nur Death Metal spielt, komme ich damit auch klar. Da gibt's dann halt gute, richtig gute oder vielleicht sogar großartige Sachen, aber von einem Rezensenten erwarte ich, dass er solche Schattierungen (und natürlich noch viele mehr) auch beherrscht und sich nicht hinter so einem Schlagwort wie "Innovation" verstecken muss.

  • Vor 4 Monaten

    Das Cover erinnert ja schon krass an Necro's "Death Rap".