laut.de-Kritik

Diesen Sommer dürfte im Melodic Hardcore nicht Besseres mehr kommen.

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Ok, gleich mal vorweg: Ich war und bin großer Fan der Aben mit Zoltán 'Zoli' Téglá am Mirko. Wer aber aus reiner Sympathie für den Sänger Ignite mit neuer Stimme keine Aufmerksamkeit mehr widmen will, verpasst eines der besten Melodic Hardcore-Alben dieses Sommers.

Mit "Anti - Complicity Anthem" gab es bereits einen Vorgeschmack auf den neuen Fronter namens Eli Santana, und auch als Album-Opener hat die Nummer nichts von ihrer Durchschlagskraft verloren. Eingängig, fette Hooks und Singalongs, ne satte Power - und eben die neue Stimme. Eli trägt die Matte übrigens nicht nur aus Spaß, sondern ist als Gitarrist auch bei den Metallern von Holy Grail am Start.

Auf einmal bin ich wieder 15 (nein, nicht im Finsteren Mittelalter), hab grad Bands wie Bad Religion, Gorilla Biscuits und 7 Seconds entdeckt und könnte vor Freude jedem Skinhead in die Fresse treten. Skins sind grad keine zur Hand, aber das tolle Wetter trägt seinen Teil zu guten Stimmung bei und so läuft "Ignite" inzwischen hoch und runter.

Im Büro wundert sich schon lange keiner mehr, dass ich zappelnd mit einem Grinsen unterm Kopfhörer sitze und auf jede Unterbrechung nur mit einem freundlichen "Schnauze" reagiere. Schließlich will ich hören, was Eli zu sagen/singen hat, denn das ist nicht weniger interessant als die Texte seines Vorgängers.

Auch stimmlich ist der Mann nicht so weit von Zoli entfernt, aber eben doch anders, böse Stimmen könnten sagen, nicht so klaus-meinig. Musikalisch gehen die elf Songs sofort in Ohr, Nacken und Beine. Egal ob das "The Buther In Me", das zackige "Call Off The Dogs" oder das eher alternativlastige "Enemy" ist.

Die Spielfreude ist der Band zu jeder Sekunde anzumerken, und das ist bei so alten Säcken ja auch keine Selbstverständlichkeit. In Anbetracht der Tatsache, dass viele Ignite maßgeblich über Zoli definiert haben, ist es den Herren perfekt gelungen, sich neu zu erfinden, ohne dabei ihre Trademarks auch nur ansatzweise zu verleugnen. Geiler Scheiß!

Trackliste

  1. 1. Anti-Complicity Anthem
  2. 2. The River
  3. 3. This Day
  4. 4. On The Ropes
  5. 5. The Butcher In Me
  6. 6. Call oOf The Dogs
  7. 7. The House Is Burning
  8. 8. Enemy
  9. 9. State Of Wisconsin
  10. 10. Let The Beggars Beg
  11. 11. After The Flood

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2 Kommentare mit einer Antwort

  • Vor 3 Monaten

    Um es einfach auszudrücken, Ignite ohne Zoli ist nicht mehr Ignite. Da kommt einfach keiner hin weil da alles passte. Werde auch nach dem x-ten mal hören nicht warm mit Eli, nicht dass er das schlecht macht, funzt einfach nicht bei mir.

    • Vor 3 Monaten

      Seh ich genau umgekehrt, bin mit Zolis Stimme nie warm geworden (Ausnahme: die eine Platte die er mit Pennywise gemacht hat) - das hier gefällt mir hingegen sehr gut.

  • Vor 3 Monaten

    Irgendwie sehr beliebig das Ganze. Merkt man sehr wieviel Zoli der Band an Eigenständigkeit gegeben hat.

    Klingt jetzt wie jede x-beliebige Skatepunkband.

    Und die Texte sind diesmal auch irgendwie nur sehr nichtssagend und uninspiriet.