Porträt

laut.de-Biographie

Mia Morgan

"Ich komm nicht auf deinen Rave, boy / Ich laufe kopflos durch die Nacht mit meinem Waveboy / Und einem Weißwein in der Hand / Und er ist schön, so schön und denkt wie ich / Und dann und dann, dann küsst er mich, too late boy / Ich will nur noch meinen Waveboy"

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Es ist schwer vorstellbar, dass die Autorin dieser Zeilen jemals unglücklich ist. Süßer Indie-Pop gespickt mit emotionaler Naivität und frechen Texten.

Mia Morgan ist anders. Die Sängerin leidet unter Depressionen und redet darüber. Sie bricht die Schule ab und jobbt bei H&M. All das im traurigen Kassel. Als Katalysator dient - tadaa - die Kunst. Sie schreibt Bücher, bloggt und entwickelt nebenher Songideen. Schon nach kurzer Zeit macht sie sich auf Instagram einen Namen. Ihre Posts sind ehrlich und intim. Offen bespricht sie ihre Krankheit, postet private Fotos und künstlerische Bilder.

Die klassische Insta-Scheinrealität abzubilden läge ihr fern, stattdessen könne man sich als Künstlerin dadurch nahbarer machen, wie sie 2019 im Interview ausführt: "Instagram ist für mich fast schon wie eine neue Realität, weil man da nochmal ganz neue Möglichkeiten hat, sich gezielt zu zeigen (...) Charli XCX zum Beispiel postet auch hässliche Selfies und Bikini-Pics und ist sehr persönlich. Man merkt, da steckt eine Person dahinter und nicht irgendein Management, dass das für sie macht".

Die Fotografin beginnt, Kunst zu studieren, macht Lesereisen und tritt bei Akustik-Sessions als Singer/Songwriterin auf. Für ihre Geburtsstadt, die sie zuvor bereits verlassen wollte, wirbt sie mittlerweile wo sie kann und nennt sich auf Instagram selbstbewusst-ironisch "Kassels größter Stolz".

Mia Morgan - Fleisch
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Nach einem Konzert wird ihr vorgeschlagen, ihren gerade live performten Song professionell aufnehmen zu lassen. Dafür reicht ihr finanzielles Polster jedoch nicht aus. Kurzerhand stellt sie sich ins Wohnzimmer, spielt das Lied vor Mikrofonen, schnappt sich eine Kamera und filmt einen Freund wie er mit Sonnenbrille und Weißwein über den Jahrmarkt läuft.

Das Lo-Fi-Video geht viral. Kraftklub pushen "Waveboy" in ihrer Radiosendung ebenso wie Drangsal und Casper in ihrem Podcast. Mia Morgan ergattert sogar einen Slot als Support-Act für den Rapper beim Zurück Zu Hause-Festival in Bielefeld.

Es folgen Auftritte im Voprprogramm von Leoniden und ihrem großen Idol Drangsal. Dem Mann, der sie auf einem Foto in der ersten Reihe seines Konzertes wiedererkannte und dessen Songzeile sich die Sängerin tätowieren ließ.

In der Blase verankert, lernt sie Die Nerven-Sänger Max Rieger kennen und findet mit ihm den Produzent ihrer ersten EP "Gruftpop". Ihre ehrlichen Texte wälzen sich nun im Achtziger Synthie-Pop und geben jedem introvertierten Indie-Fan ein warmes Zuhause.

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Danach wird es in musikalischer Hinsicht erst einmal wieder ruhiger um die Kasslerin. Während die ersten Ideen für ein Debütalbum schon da sind und sie gemeinsam mit Produzent Rieger die Arbeiten beginnt, startet sie einen Podcast. In "Mental Mall" spricht sie zusammen mit Search Yiu und wechselnden Gästen wie Drangsal, El Hotzo und Co. über mentale Gesundheit.

Gleichzeitig bleibt sie auch auf Social Media präsent, setzt sich auf Instagram mit Essstörungen, Politik und anderen gesellschaftlichen Belangen auseinander. Im November 2021 geht es wieder mit ihrer musikalischen Karriere weiter. Mit "Teenager" erscheint die erste Single zu ihrem Debütalbum "Fleisch" samt zugehörigem Video. Darin erinnert sich Mia mit einem leichten Augenzwinkern und einer Portion Altersweisheit an die schmerzhaft uncoole Teenagerinnen-Zeit.

Damit leitet sie ideal auf das große Thema ihres Debütalbums ein. Im Interview zum Album sagt sie: "Der Song 'Teenager' befasst sich sehr damit, 17 zu sein und zu denken, 'Diese ganze brutale Welt steht mir offen, was kann ich als Frau in ihr machen, was bin ich überhaupt als Frau in ihr, was wird von mir verlangt, was will ich geben und was will ich haben?'"

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